Das Bier kostet viel, das Brot ist klein«

Inflation Wie gingen die Menschen früher mit Krisen um? Flugblätter aus der Zeit der »Kipper und Wipper« um 1620 zeigen die Stimmung von damals.
Von Christoph Gunkel

Der Hass auf die Münz­ver­fäl­scher ent­lud sich in Mag­de­burg im Fe­bru­ar 1622. Die Auf­stän­di­schen schlos­sen das Stadt­tor. Dann be­gann das Blut­bad, be­rich­te­te spä­ter eine Zei­tung aus Stutt­gart. Die Op­fer: »Kip­per und Wip­per«. So hie­ßen im Volks­mund da­mals jene Geld­händ­ler, die das Ge­wicht von Geld­mün­zen per Waa­ge fest­stell­ten (»wipp­ten«) und die gu­ten von den schlech­ten Mün­zen trenn­ten (»kipp­ten«). Gute Geld­mün­zen wo­gen schwer, weil sie ei­nen ho­hen An­teil an Sil­ber oder Gold auf­wie­sen. Die­se Mün­zen kauf­ten die Kip­per und Wip­per auf, schmol­zen sie ein und lie­ßen dar­aus neue Mün­zen prä­gen – mit weit ge­rin­ge­rem Edel­me­tal­l­an­teil. Der Nenn­wert der min­der­wer­ti­ge­ren Mün­zen aber blieb gleich. So kur­sier­te bald im­mer mehr ge­streck­tes Geld.

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