Nicht mehr grölen, nicht mehr schmatzen

Die längste Zeit aßen die Europäer mit den Fingern. Erst vor etwa 350 Jahren kamen neue Manieren auf, zuerst an den Tafeln der Höfe. Wie kam es zu diesem Sittenwandel?

Vor­bild Ita­lie­ni­sche Ade­li­ge wa­ren stil­bil­dend in Sa­chen Es­sen, auch bei den Tisch­sit­ten: Das Bild von Do­me­ni­co Cres­ti zeigt die Hoch­zeit des Groß­her­zogs der Tos­ka­na, Fer­di­nand I. von Me­di­ci 1589: Je­der Gast bei Tisch hat be­reits ei­nen ei­ge­nen Tel­ler, auch Be­steck liegt be­reit.

Täg­lich um halb elf am Vor­mit­tag er­tön­te ein Trom­pe­ten­si­gnal im Schloss­hof: das »Ta­fel­bla­sen«. Die Hof­ge­sell­schaft sam­mel­te sich, denn um »drey vier­tel auf Eil­ff« ging es zu Tisch. Abends ta­fel­te man wie­der, dies­mal um »drey vier­tel auf sechs«. So leg­te es die Ho­f­ord­nung vom 1. Fe­bru­ar 1648 auf Schloss Frie­den­stein in Go­tha fest. Be­vor Her­zog Ernst I. von Sach­sen-Go­tha-Al­ten­burg sich in der Hof­stu­be nie­der­ließ, reich­te ihm sein Haus­hof­meis­ter Was­ser im »La­vabo«, ei­nem Hand­wasch­be­cken, da­mit der Herr­scher sich die Hän­de rei­ni­gen konn­te.

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