Briefe

Das Glück des Tüchtigen

Nr. 1/2021 »Deutschland wird ausreichend Impfstoff bekommen« – Ein SPIEGEL-Gespräch über mutierte Viren, plötzlichen Ruhm und neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs

»Groß­ar­tig, dass Sie die­sem For­scher­ehe­paar die Ehre ei­nes Ti­tel­bil­des zu­kom­men las­sen. Vie­len Dank!«

Hochkrie­chende Panik

Nr. 53/2020 Claudia Roth schreibt Weihnachtskarten gegen die Einsamkeit

Ich habe in mei­ner Zeit als Sin­gle eben­falls Un­men­gen Weih­nachts­kar­ten ver­sandt. Be­gon­nen habe ich da­mit auch im Som­mer – wäh­rend die Paa­re und Fa­mi­li­en ans Meer fuh­ren. Ich be­grün­de­te das »an­ti­zy­kli­sche« Vor­ge­hen je­weils da­mit, dass es zu die­sem Zeit­punkt wun­der­schö­ne Mo­ti­ve zu güns­ti­gen Prei­sen ge­ben und mir in licht­vol­len Zei­ten mehr ein­fal­len wür­de. Zu­dem müs­se ich so früh be­gin­nen, um (ähn­lich der Ar­gu­men­ta­ti­on von Frau Roth) recht­zei­tig da­mit fer­tig zu wer­den. Ein­ge­wor­fen habe ich die Um­schlä­ge spä­tes­tens am 18. De­zem­ber, mei­nem Ge­burts­tag, den vie­le ob der Ad­vents­hek­tik ver­ga­ßen. Nach der Lek­tü­re Ih­res Be­richts er­schließt sich mir der tie­fe­re Sinn mei­nes da­ma­li­gen Han­delns: Be­kämp­fung der Ein­sam­keit so­wie der lang­sam hoch­krie­chen­den Pa­nik, je nä­her die Stil­le Nacht rück­te. Wo­hin ge­hö­re ich? Zu je­dem viel­leicht ein klei­nes Stück? Oh du Schreck­li­che ...

Mangelndes Talent für Intrigen

Nr. 53/2020 Warum driften deutsche Ökonomen so oft nach rechts?

Ein wun­der­bar kla­rer und tref­fen­der Ar­ti­kel. In mei­nem nächs­ten Um­feld hat ein Herr Dok­tor der Wirt­schafts­geo­gra­fie, ehe­ma­li­ger Do­zent an di­ver­sen Unis, ex­akt die von Ih­nen be­schrie­be­ne und für mich bis jetzt nicht nach­voll­zieh­ba­re Ent­wick­lung von ganz links nach ganz rechts voll­zo­gen. Un­ter der Hy­bris wis­sen­schaft­li­cher Aus­bil­dung wird die Ver­ach­tung ge­gen­über Po­li­ti­kern und un­se­rer par­la­men­ta­ri­schen De­mo­kra­tie ge­pflegt. Brand­ge­fähr­lich, da sie doch selbst die viel­fach ge­schol­te­nen »Eli­ten« dar­stel­len. Fa­zit: Der Dok­tor­ti­tel schützt vor Dumm­heit nicht.

Negative Identifi­ka­ti­ons­puppe

Nr. 53/2020 Ein Musikkritiker hat den Einfluss Richard Wagners auf Adolf Hitler untersucht, das Ergebnis dürfte die Wagnerianer nicht erfreuen

Dass Ri­chard Wag­ner, wie eine Rei­he von Künst­lern und Schrift­stel­lern im 19. Jahr­hun­dert, An­ti­se­mit war, ist durch sein un­säg­li­ches Mach­werk über das Ju­den­tum in der Mu­sik zwei­fels­frei aus­ge­wie­sen. Die Be­haup­tung, die­ser An­ti­se­mi­tis­mus habe auch in der Fi­gur des Beck­mes­ser in den »Meis­ter­sin­gern« sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den, ist aber durch nichts be­legt. We­der in Wag­ners Schrif­ten noch in über­lie­fer­ten Ge­sprä­chen fin­det sich ein ent­spre­chen­der Hin­weis, und Wag­ner war nun wirk­lich mit­tei­lungs­freu­dig. Ihm war na­tür­lich auch auf­grund sei­ner be­kann­ter­ma­ßen gründ­li­chen his­to­ri­schen Vor­be­rei­tung des Opern­tex­tes be­kannt, dass ein Jude im Mit­tel­al­ter nie­mals das Amt des Stadt­schrei­bers hät­te aus­üben kön­nen. Als ne­ga­ti­ve Iden­ti­fi­ka­ti­ons­pup­pe in dem be­haup­te­ten Sinn war er also ab­so­lut un­ge­eig­net. Zu­rück geht die Beck­mes­ser-Be­haup­tung mei­nes Wis­sens vor al­lem auf Ador­no, der Beck­mes­sers kör­per­li­che Miss­ge­stalt und klein­li­che Krit­te­lei als ju­den­feind­li­che Ka­ri­ka­tur be­trach­te­te.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2021.