Die neue Quer­front

Essay Viele der eher linken »Querdenker« ziehen absurde Parallelen zur NS-Zeit – und erkennen nicht, wie sehr sie sich mit rechtsextremen Demonstranten gemein machen. 
Von Michael Butter

Ich be­kom­me re­gel­mä­ßig E-Mails von Men­schen, die an Ver­schwö­rungs­theo­ri­en glau­ben. Ei­ner von de­nen, die mir seit Jah­ren schrei­ben, ist ein Mann, der in ei­ner mit­tel­gro­ßen Stadt in Hes­sen lebt. Ich will ihn hier Mike nen­nen. Mike ist über­zeugt, dass John F. Ken­ne­dy vom »tie­fen Staat« er­mor­det wur­de und die Re­gie­rung von Ge­or­ge W. Bush hin­ter den An­schlä­gen von 9/​11 steckt. 2014 hat er sich bei den Mahn­wa­chen für den Frie­den en­ga­giert, weil er glaubt, dass die Nato in der Ukrai­ne ei­nen Re­gime­wech­sel in­sze­niert hat. Er ist ein Fan von QA­non und glaubt des­sen Be­haup­tun­gen über eine pä­do­phi­le Eli­te, die Kin­der miss­braucht und er­mor­det. Und na­tür­lich denkt er, dass die Co­ro­na-Pan­de­mie ein Schwin­del ist, um an­de­re Zie­le durch­zu­set­zen.

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