»Bildung macht widerstands­fä­higer«

Flüchtlinge Trägt die Klimaerwärmung zur Migration bei? Die Soziologin Raya Muttarak hat die Zusammenhänge erforscht – und schlägt vor, was Staaten tun könnten.

Mut­ta­rak, 43, ar­bei­tet am ös­ter­rei­chi­schen In­ter­na­tio­nal In­sti­tu­te for Ap­p­lied Sys­tems Ana­ly­sis in La­xen­burg im Sü­den Wiens. Ihr Team zeig­te mit­hil­fe kom­ple­xer sta­tis­ti­scher Un­ter­su­chun­gen erst­mals, dass es in man­chen Fäl­len ei­nen kau­sa­len Zu­sam­men­hang zwi­schen Kli­ma, Kon­flik­ten und Mi­gra­ti­on gibt.

SPIEGEL: Frau Mut­ta­rak, Sie un­ter­su­chen, in­wie­fern der Kli­ma­wan­del zur Flucht von Men­schen führt. Wie sind Sie auf die­ses For­schungs­the­ma ge­kom­men?

Mut­ta­rak: Wir er­in­nern uns alle an den Som­mer 2015. Ich war da­mals in Öster­reich und habe er­lebt, wie die vie­len Flücht­lin­ge ins Land ka­men, haupt­säch­lich aus Sy­ri­en. Ich las in den Me­di­en da­von, dass es au­ßer dem Krieg auch ei­nen Zu­sam­men­hang mit den vier schwe­ren Dür­re­jah­ren ge­ben könn­te, die Sy­ri­en ab 2007 nach­ein­an­der er­leb­te. Da habe ich mich ge­fragt, ob das stimmt.

SPIEGEL: Und ha­ben Dür­ren eine Rol­le ge­spielt?

Mut­ta­rak: In un­se­rem Mo­dell ja. Wir ha­ben ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Dür­ren, Kon­flik­ten und un­frei­wil­li­ger Mi­gra­ti­on ge­fun­den – al­ler­dings be­schränkt auf die Re­gio­nen Wes­t­a­si­en und Nord­afri­ka im Zeit­raum von 2010 bis 2012.

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