»Es braucht eine neue Regierung«

Umdenken Der Paläoklimatologe und Leopoldina-Präsident Gerald Haug über eine drohende Superwarmzeit, die Trägheit der Politik und den CO²-Preis als bestes Instrument im Kampf gegen den Klimawandel

Haug, 52, ist erst seit März Prä­si­dent der Leo­pol­di­na, doch er hat sich in Ber­lin schon ei­nen Na­men ge­macht. Auch die Kanz­le­rin ver­traut sei­ner Ex­per­ti­se. Der Pa­läo­kli­ma­to­lo­ge ist Di­rek­tor am Max-Planck-In­sti­tut für Che­mie in Mainz. Zum In­ter­view hat er eine Prä­sen­ta­ti­on mit­ge­bracht, die er zur­zeit vie­len Po­li­ti­kern er­klärt. Sie be­schreibt den Koh­len­di­oxid­ge­halt der At­mo­sphä­re über die Eis- und Warm­zei­ten der letz­ten 800 000 Jah­re. Die Kon­zen­tra­ti­on schwank­te dem­nach um rund 100 Koh­len­di­oxid­mo­le­kü­le (CO²) pro eine Mil­li­on Tei­le Luft, wis­sen­schaft­lich ab­ge­kürzt ppm.

SPIEGEL: Herr Haug, für Lai­en klingt eine Schwan­kung von 100 ppm CO² in­ner­halb von fast ei­ner Mil­li­on Jah­ren nicht be­son­ders spek­ta­ku­lär.

Haug: Die­se Schwan­kung macht aber den Un­ter­schied zwi­schen ei­ner mehr als 1000 Me­ter di­cken Schicht aus Eis über New York City und den üp­pi­gen Laub­wäl­dern von heu­te aus. Jetzt bit­te ich Sie mal, hier das Ende der Kur­ve ge­nau an­zu­schau­en. Ich habe es ver­grö­ßert, es sind näm­lich die letz­ten 50 Jah­re. Da stieg der Koh­len­di­oxi­dan­teil um fast ...

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