HAUS­MIT­TEI­LUNG

Betr.: Kli­ma­heft, un­se­re Öko­bi­lanz, Streit­ge­spräch, Braun­koh­le

Kas­suba, Wein­gar­ten, Stu­ken­berg

Es gibt kei­ne grö­ße­re Mis­si­on für die Mensch­heit als die Lö­sung der Kli­ma­kri­se, das lässt sich eben­so nüch­tern wie pa­the­tisch fest­stel­len. Ob die Na­tio­nen die Erd­er­wär­mung noch in den Griff be­kom­men, die durch den CO²-Aus­stoß ver­ur­sacht wird und fa­ta­le Fol­gen für die­sen Pla­ne­ten hat, ist die ent­schei­den­de Fra­ge. Dar­um wirft die­ses Son­der­heft des SPIEGEL ei­nen Blick in die Zu­kunft: Was muss pas­sie­ren, in Po­li­tik, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft, da­mit die Mensch­heit im Jahr 2050 noch eine le­bens­wer­te Welt hat? »Die Kli­ma­kri­se ist mehr als ein wei­te­res The­ma auf der Agen­da der Po­li­tik. Das soll­te in der gan­zen Ge­sell­schaft an­kom­men, da­mit wir die his­to­ri­sche Wen­de pa­cken«, sagt Re­dak­teur Kurt Stu­ken­berg, der zu­sam­men mit sei­ner Kol­le­gin Su­san­ne Wein­gar­ten die­se Son­der­aus­ga­be kon­zi­piert hat. Dazu rich­ten wir Ende Ok­to­ber auf Spiegel.de – pro­mi­nent auf der Home­page – ei­nen stän­di­gen Schwer­punkt zur Kli­ma­kri­se ein. Dort bün­deln wir Nach­rich­ten, Hin­ter­grün­de und Re­por­ta­gen zum The­ma, zu­dem lässt sich dort ein neu­er Kli­ma-News­let­ter abon­nie­ren.

Auch der SPIEGEL ar­bei­tet in­ten­siv dar­an, sei­ne CO²-Emis­sio­nen zu re­du­zie­ren. Eine Teil­auf­la­ge je­der zwei­ten Aus­ga­be wird schon jetzt auf Re­cy­cling­pa­pier ge­druckt, was den CO²-Aus­stoß die­ser Aus­ga­ben je­weils um 70 Ton­nen ver­rin­gert. Bei den wei­te­ren Ma­ga­zi­nen und Bei­la­gen der SPIEGEL-Fa­mi­lie, etwa SPIEGEL GE­SCHICH­TE, SPIEGEL WIS­SEN, SPIEGEL EDI­TI­ON, »Dein SPIEGEL« und SPIEGEL GELD, wur­de be­reits kom­plett auf Re­cy­cling­pa­pier um­ge­stellt. Durch Ver­zicht auf die Fo­li­en­ver­pa­ckung für den Trans­port wer­den au­ßer­dem jähr­lich etwa 13 Ton­nen Kunst­stoff­ab­fall ein­ge­spart. »Es liegt in un­se­rer Ver­ant­wor­tung, mit den noch vor­han­de­nen Res­sour­cen nach­hal­tig um­zu­ge­hen«, sagt Sil­ke Kas­suba, Lei­te­rin der SPIEGEL-Her­stel­lung. »Das be­deu­tet auch, fort­wäh­rend das ei­ge­ne Han­deln zu hin­ter­fra­gen und zum Er­halt der Um­welt neue Wege zu ge­hen.«

Schai­b­le, Fel­den­kir­chen, Neu­bau­er, Schäu­b­le

»Die gro­ße Dis­kus­si­on dar­über, wie De­mo­kra­tie in der Kli­ma­kri­se funk­tio­nie­ren kann, hat ge­ra­de erst be­gon­nen«, sagt Re­dak­teur Jo­nas Schai­b­le. Beim Streit­ge­spräch zwi­schen Kli­maak­ti­vis­tin Lui­sa Neu­bau­er, 24, und Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­b­le, 78, das Schai­b­le und sein Kol­le­ge Mar­kus Fel­den­kir­chen in Ber­lin mo­de­rier­ten, blie­ben die bei­den Dis­pu­tan­ten auf höf­li­cher Dis­tanz, nicht nur we­gen Co­ro­na und des rie­si­gen Tischs, an dem das Ge­spräch statt­fand. Schäu­b­le gab vie­le Ver­säum­nis­se zu; wirk­lich zu ver­ste­hen schie­nen sich die bei­den trotz­dem nicht. Da­bei un­ter­schie­den sich die Pro­blem­be­schrei­bun­gen gar nicht sehr. Ganz un­ei­nig wa­ren sie aber bei der Fra­ge, wie man de­mo­kra­tisch auf die Kli­ma­kri­se re­agie­ren kann. zum Ar­ti­kel

Eber­le

Im Sep­tem­ber be­glei­te­te Re­dak­teur Lu­kas Eber­le Kli­maak­ti­vis­ten der Grup­pe »Ende Ge­län­de« bei ih­rem Ver­such, im rhei­ni­schen Braun­koh­le­re­vier An­la­gen des En­er­gie­kon­zerns RWE lahm­zu­le­gen. Los ging es früh um fünf Uhr, Eber­le lief mit Ak­ti­vis­tin Han­nah den gan­zen Tag durch Wäl­der, über Fel­der, durch Re­gen. Als er am Abend wie­der zu Hau­se war, schrieb sie ihm eine Nach­richt: »Ich blo­ckie­re ge­ra­de Zugg­lei­se.« Eber­le traf auch Po­li­zis­ten und RWE-Mit­ar­bei­ter, um sie nach ih­rer Sicht zu fra­gen. »Die Si­tua­ti­on ist ver­fah­ren«, sagt er, »jede Sei­te fühlt sich im Recht, nie­mand gibt nach, eine Ba­sis für Kom­pro­mis­se gibt es nicht mehr.« zum Ar­ti­kel