Alex­an­der Neu­ba­cher Die Ge­gen­dar­stel­lung

Frei­heit für Lat­ten­gustl

Ist es in Deutsch­land er­laubt, den ge­kreu­zig­ten Je­sus als »Lat­ten­gustl« oder »Bal­kens­epp« zu be­zeich­nen? Die et­was ver­ein­fach­te Ant­wort auf die­se ju­ris­tisch kom­pli­zier­te Fra­ge lau­tet: Ja – aber nur, wenn da­durch kei­ne Chris­ten­men­schen in welt­li­chen Auf­ruhr ge­ra­ten. So er­gibt es sich aus Pa­ra­graf 166 Straf­ge­setz­buch, ei­nem Über­bleib­sel des mit­tel­al­ter­li­chen Got­tes­läs­te­rungs­ver­bots. Dort steht: Wer ein re­li­giö­ses Be­kennt­nis oder eine Kir­che »in ei­ner Wei­se be­schimpft, die ge­eig­net ist, den öf­fent­li­chen Frie­den zu stö­ren, wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe be­straft«. Es kommt also we­ni­ger auf die Be­schimp­fung selbst an als auf die mög­li­che Re­ak­ti­on der Gläu­bi­gen.

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