Das Vintage-Festtags­kleid

Ges­tern und heu­te Se­cond­hand: Prin­zes­sin Bea­tri­ce trug im Juli bei ih­rer Hoch­zeit mit Edo­ar­do Ma­pel­li Moz­zi auf Wind­sor Cast­le die Krea­ti­on von Mo­de­ma­cher Nor­man Hart­nell, die ihre Groß­mut­ter, Queen Eliz­a­beth II, 1962 zur Pre­mie­re von »La­wrence von Ara­bi­en« klei­de­te

Klas­si­ker Als Cate Blan­chett im Au­gust das Film­fes­ti­val von Ve­ne­dig er­öff­ne­te, trug sie ein Kleid, das sie schon 2015 über den ro­ten Tep­pich ge­führt hat­te. »It's Chic to Re­peat«, pos­te­te ihre Sty­lis­tin dazu auf Ins­ta­gram. Und die Ju­ry­prä­si­den­tin selbst er­klär­te: »Es ist die Ge­le­gen­heit, Pro­zes­se zu über­den­ken, die dys­funk­tio­nal und vor al­lem nicht nach­hal­tig sind.« Schon bei den Bafta-Awards in Lon­don An­fang des Jah­res galt die De­vi­se, alte Stü­cke auf­zu­tra­gen. Die Krö­nung des Trends folg­te im Som­mer, als Prin­zes­sin Bea­tri­ce von Eng­land in ei­ner el­fen­bein­far­be­nen, mit Dia­man­ten be­setz­ten Robe aus dem Schrank der Queen hei­ra­te­te. Fast 60 Jah­re nach­dem ihre Oma das Kleid ge­tra­gen hat­te, ver­pass­te Bea­tri­ce ihm ein Paar Puff­är­mel, statt ei­nen neu­en Hoch­zeits­look fer­ti­gen zu las­sen. Im Adel gibt es die Tra­di­ti­on, Fest­klei­der an nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben, vor al­lem bei Tau­fen. So trug etwa Prinz Wil­li­am als Baby das­sel­be Kleid­chen wie spä­ter sein Sohn Ge­or­ge und sein Nef­fe Ar­chie. Aber auch jen­seits der Pa­läs­te und ro­ten Tep­pi­che sind Vin­ta­ge-Fest­tags­ro­ben in Mode. Die Nach­fra­ge nach Braut­klei­dern aus zwei­ter Hand sei im Ver­gleich zum Vor­jahr um 56 Pro­zent ge­stie­gen, be­rich­tet die Vin­ta­ge-Platt­form Ves­ti­ai­re Collec­tive. Et­was Al­tes, et­was Neu­es, et­was Ge­brauch­tes und et­was Blau­es sol­len ja Glück brin­gen. Zwei Punk­te, die ein Se­cond­hand-Kleid schon mal er­füllt.

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