ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Tür­ki­sche Werft­ar­bei­ter 1972
Ausländische Arbeitnehmer

Diese Leute

Die Zahl der sogenannten Gastarbeiter näherte sich der Zwei-Millionen-Grenze, von einer Integration der Italiener, Griechen und Türken war man jedoch in Westdeutschland noch weit entfernt.

Es war ja nicht so, dass nichts für die Frem­den ge­tan wur­de: In Lau­en­burg etwa wur­de beim Ge­mein­de­fest ne­ben den ob­li­ga­to­ri­schen Knack­würs­ten auch ein Ham­mel am Spieß ge­brut­zelt, die 120 Grie­chen soll­ten sich doch zu Hau­se füh­len. »Wir müs­sen für die­se Leu­te et­was tun«, so die zu­stän­di­ge So­zi­al­be­treue­rin. Kar­stadt bot in den Ham­bur­ger Fi­lia­len vier­spra­chi­ge Le­bens­mit­tel­fi­beln an. »Wir müs­sen die­sen Leu­ten beim Ein­kauf be­hilf­lich sein«, be­grün­de­te der Ge­schäfts­füh­rer die Le­bens­hil­fe, dank de­rer auch spa­ni­sche Kun­den nun wuss­ten, was ein »Sülz­pres­s­ack« ist. Am Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hof be­kam der Kroa­te Zvon­i­mir Ka­ni­jr als 500 000er Gast­ar­bei­ter Ba­den-Würt­tem­bergs ein Kof­fer­ra­dio ge­schenkt. Der Prä­si­dent des Lan­des­ar­beits­amts mahn­te: »Wir dür­fen die­se Leu­te nicht als stö­ren­des Ele­ment emp­fin­den.«

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