Furiose Rächerin

Serienkritik »I May Destroy You« thematisiert eine Vergewaltigung – und macht daraus ein Epos über heutige Sexsitten.

Das schö­ne, wil­de Le­ben in den WG-Zim­mern, Lofts und Klubs ei­ner Groß­stadt ist sel­ten so be­nei­dens­wert gla­mou­rös vor­ge­führt wor­den wie in die­ser Se­rie, die in Lon­don spielt und min­des­tens so viel von mensch­li­cher Ge­mein­heit han­delt wie vom Glück. In »I May De­s­troy You« sieht man Jun­g­er­wach­se­ne um die drei­ßig zu Elek­tro­beats auf der Tanz­flä­che to­ben. Man sieht sie beim Ar­bei­ten in Pent­house­bü­ros und beim Trin­ken, beim Dro­gen­kon­sum und beim Sex. Manch­mal sit­zen sie ein­sam in der U-Bahn her­um. Manch­mal brül­len sie sich an. Manch­mal fal­len sie sich heu­lend um den Hals. Aber im­mer schei­nen die­se Men­schen von dem strah­len­den Be­wusst­sein er­füllt, dass ih­nen an die­sem Ort und in die­sem Au­gen­blick die Welt ge­hört.

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