»Dann pinkelte Beuys aus dem Fenster«

SPIEGEL-Gespräch Franz Joseph van der Grinten war 18 Jahre alt, als er das erste Werk von Joseph Beuys kaufte. Der Sammler über seine Freundschaft zu einem der bedeutendsten modernen Künstler, gemeinsame Familienausflüge – und gebratene Hasen.

Kunst­lieb­ha­ber van der Grin­ten im Au­gust »Ich fand ihn im­mer amü­sant«

Der Samm­ler und Kunst­er­zie­her Franz Jo­seph van der Grin­ten, Jahr­gang 1933, war ein Freund von Jo­seph Beuys, er er­leb­te mit, wie der Künst­ler zum Welt­star wur­de. Beuys, ein Pro­vo­ka­teur, er­fand die Kunst der Fette­cke und ver­an­stal­te­te Per­for­man­ces un­ter an­de­rem mit ei­nem to­ten Ha­sen, er trau­te sich mehr als vie­le an­de­re da­mals. Der SPIEGEL wid­me­te ihm 1979 eine Ti­tel­ge­schich­te: »Der Größ­te – Welt­ruhm für ei­nen Schar­la­tan?« Van der Grin­ten kann­te Beuys seit der frü­hen Nach­kriegs­zeit. Er und sein äl­te­rer Bru­der Hans, zwei kunst­in­ter­es­sier­te Bau­ern­söh­ne, ga­ben zu­erst ihr Ta­schen­geld, spä­ter ih­ren Ver­dienst für den Kauf von Kunst aus. Al­lein von Beuys tru­gen sie 6000 Ar­bei­ten zu­sam­men. Ihre Samm­lung brach­ten sie 1990 in eine Stif­tung ein. Das an­ge­reg­te, stel­len­wei­se sehr hei­te­re Ge­spräch mit Franz Jo­seph van der Grin­ten fand Ende Au­gust bei ihm zu Hau­se statt, am Nie­der­rhein. An­lass war das an­ste­hen­de Beuys-Jahr, 2021 jährt sich der Ge­burts­tag des Künst­lers zum 100. Mal. Ver­gan­ge­ne Wo­che starb Franz Jo­seph van der Grin­ten über­ra­schend, er hat­te ei­nen Schlag­an­fall er­lit­ten. Sei­ne Kin­der ha­ben der post­hu­men Ver­öf­fent­li­chung zu­ge­stimmt.

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