»Wir brauchen eine Revolution«

SPIEGEL-Gespräch Der Schriftsteller Édouard Louis unterstützt die Gelbwestenbewegung und demonstriert gegen Polizeigewalt. Der französischen Regierung wirft er vor, die Reichen zu schonen und die Armen zu missachten.

Lou­is, 27, sitzt auf ei­ner Café­ter­ras­se in Mont­mart­re, blau­es Hemd, blaue Snea­ker, leich­te Rin­ge un­ter den Au­gen. Im Théât­re des Ab­bes­ses gleich ne­ben­an stand er bis vor Kur­zem je­den Abend auf der Büh­ne. An­dert­halb Stun­den lang zi­tier­te er aus sei­nem au­to­bio­gra­fi­schen Es­say »Wer hat mei­nen Va­ter um­ge­bracht«, er tanz­te und sang. Der Text ist ein po­li­ti­sches Ma­ni­fest ge­gen die herr­schen­den Ver­hält­nis­se, ge­gen Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron und den Neo­li­be­ra­lis­mus, ra­di­kal und kom­pro­miss­los. Lou­is gilt als ei­ner der pro­mi­nen­tes­ten Ver­tre­ter ei­ner neu­en in­tel­lek­tu­el­len Lin­ken. Der Schrift­stel­ler wuchs als Kind ei­nes Ar­bei­ters im ärm­li­chen Nor­den Frank­reichs auf, spä­ter ent­floh er die­sem Mi­lieu, stu­dier­te in Pa­ris an der Eli­te­hoch­schu­le École nor­ma­le supé­ri­eu­re. 2014 lan­de­te der da­mals 21-Jäh­ri­ge ei­nen Über­ra­schungs­er­folg mit sei­nem De­büt­ro­man »Das Ende von Eddy«, in dem er von sei­ner Kind­heit und Ju­gend er­zählt.

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