Haus­mit­tei­lung

Bag­ins­ka­ja, Nes­hi­tov (o.), Kuntz, Tich­a­now­ska­ja (u.)

Die Re­prä­sen­tan­ten der belarus­si­schen Op­po­si­ti­on sind zu­meist Frau­en. Re­dak­teur Ti­mo­fey Nes­hi­tov be­glei­te­te in Minsk eine Wo­che lang Nina Bag­ins­ka­ja, die schon seit mehr als 20 Jah­ren ge­gen den Macht­ha­ber Alex­an­der Lu­ka­schen­ko de­mons­triert. Wäh­rend die 73-Jäh­ri­ge von Kund­ge­bung zu Kund­ge­bung eil­te, frag­te ihre En­ke­lin, ob Nes­hi­tov eine weiß-rot-wei­ße Pro­test­flag­ge nä­hen wol­le, »da­mit du weißt, wie sich Re­vo­lu­ti­on an­fühlt«. Nes­hi­tov brauch­te zwei Stun­den an der Näh­ma­schi­ne, die Näh­te ge­rie­ten schief. »Häng sie an die belarus­si­sche Bot­schaft in Ber­lin«, for­der­te ihn die En­ke­lin auf. Nes­hi­tovs Kol­le­gin Kat­rin Kuntz traf der­weil Swet­la­na Tich­a­now­ska­ja, die An­füh­re­rin der De­mo­kra­tie­be­we­gung. Die 38-Jäh­ri­ge lebt mo­men­tan wie vie­le an­de­re Ak­ti­vis­ten im li­taui­schen Vil­ni­us. »In Belarus wür­den wir alle so­fort ver­haf­tet«, sag­te Tich­a­now­ska­ja. »Auf Dau­er will al­ler­dings nie­mand blei­ben«, er­klärt Kuntz. »Alle Ge­flüch­te­ten glau­ben fest dar­an, dass der Wan­del in Minsk kom­men wird.« zum Ar­ti­kel

Wind­mann, Bau­mann

Zwei­mal war sie deut­sche Meis­te­rin, 2016 fuhr sie zu den Olym­pi­schen Spie­len. Doch je er­folg­rei­cher die Hür­den­läu­fe­rin Ja­ckie Bau­mann, 25, wur­de, des­to mehr ver­lor sie den Spaß am Sport. Im Au­gust zog die Toch­ter des Olym­pia­sie­gers Die­ter Bau­mann die Reiß­lei­ne und be­en­de­te ihre Kar­rie­re. Re­dak­teu­rin Ant­je Wind­mann be­glei­te­te Bau­mann auf ei­ner Wan­de­rung durch die Um­ge­bung von Tü­bin­gen und ließ sich von ihr er­zäh­len, wie sehr sie un­ter Wett­kamp­fängs­ten ge­lit­ten habe. »Seit lan­ger Zeit füh­le ich mich erst­mals frei«, sag­te Bau­mann. Ih­rem Sport ist die Stu­den­tin den­noch treu ge­blie­ben. »Sie trai­niert wei­ter­hin sechs­mal die Wo­che, lief so­gar ein­mal Best­zeit – aber es be­kam nie­mand mit«, s0 Wind­mann. zum Ar­ti­kel

Die neue Stu­die der Fil­me­ma­che­rin Nina Gla­ditz über die Hit­ler-Ver­trau­te und Re­gis­seu­rin Leni Rie­fen­stahl birgt Stoff ge­nug, um eine hef­ti­ge De­bat­te über de­ren NS-Ver­gan­gen­heit aus­zu­lö­sen. SPIEGEL-Re­dak­teur Mar­tin Do­er­ry und sein SPIEGEL-TV-Kol­le­ge Mi­cha­el Kloft sind den Vor­wür­fen von Gla­ditz nach­ge­gan­gen, sie ha­ben wei­te­re Quel­len zu­ra­te ge­zo­gen und die Stu­die in­ten­siv dis­ku­tiert. »Nicht im­mer wa­ren wir ei­ner Mei­nung«, sagt Do­er­ry, »aber die neu­en Do­ku­men­te be­las­ten Rie­fen­stahl mas­siv.« Nun prä­sen­tie­ren die bei­den das Er­geb­nis ih­rer Re­cher­chen: Klofts Film wird ab kom­men­der Wo­che auf YouTube und dann am 18. No­vem­ber auf Arte ge­zeigt. Den Text le­sen Sie hier.

Die Bi­bel ist wohl das am häu­figs­ten ge­druck­te Buch der Welt – und wahr­schein­lich auch das ein­fluss­reichs­te: Seit bald zwei Jahr­tau­sen­den be­schäf­tigt sich die Mensch­heit mit ih­ren Bot­schaf­ten. Wer den Frie­den will, kann sich auf sie be­ru­fen, Fa­na­ti­ker kön­nen mit ihr in den Glau­bens­krieg zie­hen. Auch die SPIEGEL-Re­dak­ti­on hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren häu­fig mit der Bi­bel be­fasst. Eine Aus­wahl die­ser Tex­te prä­sen­tiert das neue Heft SPIEGEL EDI­TI­ON »Die Bi­bel. Das mäch­tigs­te Buch der Welt«. Ab Diens­tag am Ki­osk.