Wirt­schaft

Scholz

Warburg Bank muss vorerst nicht zahlen

Hamburger Finanzamt setzt Zahlungspflicht für 160 Millionen Euro aus.

• Im Cum-Ex-Skan­dal darf die Ham­bur­ger War­burg Bank vor­erst eine Steu­er­schuld in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he zu­rück­be­hal­ten. Im April hat­te das Fi­nanz­amt für die drei Jah­re 2007 bis 2009 mehr als 160 Mil­lio­nen Euro Ka­pi­tal­er­trag­steu­er zu­rück­ge­for­dert. Die Sum­me sei dem Kre­dit­in­sti­tut zu Un­recht er­stat­tet wor­den, hieß es da­mals im Fi­nanz­amt. War­burg zwei­felt je­doch die Recht­mä­ßig­keit der Be­schei­de an und leg­te Ein­spruch ein. Auf An­trag setz­te das Fi­nanz­amt die Voll­zie­hung aus, wie es in der Fach­spra­che heißt. Ein Spre­cher der Fi­nanz­be­hör­de teil­te mit, we­gen des Steu­er­ge­heim­nis­ses kön­ne man sich zu dem Fall nicht äu­ßern. Grund­sätz­lich sei­en recht­li­che Zwei­fel schon dann als be­grün­det an­zu­se­hen, wenn es in der Streit­fra­ge kei­ne »ge­fes­tig­te Recht­spre­chung« gebe. Der Fall dürf­te die Fi­nanz­ge­rich­te be­schäf­ti­gen. Soll­te die Bank un­ter­lie­gen, müss­te sie ne­ben der Steu­er­schuld sechs Pro­zent Zin­sen pro Jahr nach­zah­len. Bei Cum-Ex-Ge­schäf­ten han­del­ten Ban­ken mit Ak­ti­en vor (cum) und nach (ex) Aus­zah­lung der Di­vi­den­de. Da­bei lie­ßen sie sich Steu­ern mehr­fach er­stat­ten, die nur ein­mal ge­zahlt wor­den wa­ren. Dem Fis­kus ent­stand ein Mil­li­ar­den­scha­den. Die War­burg Bank be­strei­tet, rechts­wid­rig ge­han­delt zu ha­ben. Der Fall ist po­li­tisch bri­sant. In der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft soll ein Un­ter­su­chungs­aus­schuss klä­ren, ob sich der SPD-Kanz­ler­kan­di­dat und frü­he­re Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz da­für ein­setz­te, dass die Stadt auf eine mil­lio­nen­schwe­re Steu­er­for­de­rung ge­gen War­burg ver­zich­te­te. Scholz be­strei­tet das.

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