Wirt­schaft

Fer­kel in art­ge­rech­ter Hal­tung

Aldi feilscht um Fleisch­steuer

Discounter fordert europaweite Einbeziehung aller Marktteilnehmer in Sachen Tierwohlabgabe.

• Deutsch­lands größ­ter Le­bens­mit­tel­dis­coun­ter, die Aldi-Grup­pe, un­ter­stützt die von Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner (CDU) vor­ge­schla­ge­ne Tier­wohl­ab­ga­be von 40 Cent pro Ki­lo­gramm Fleisch, setzt aber gleich­zei­tig hohe Hür­den für eine Um­set­zung: Es müss­ten dazu »alle Markt­teil­neh­mer ins Boot – mög­lichst auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne«, sag­te Aldi-Süd-Spre­cher Pe­ter Wüb­ben. Es brau­che »eine sau­be­re ord­nungs­po­li­ti­sche Um­set­zung, da­mit die Ab­ga­be am Ende auch wirk­lich den Tie­ren zu­gu­te­kommt«, so Flo­ri­an Schol­beck, Spre­cher von Aldi-Nord. Die Ab­ga­be soll in ei­nen Fonds flie­ßen, aus dem die Kos­ten für Stal­lum­bau­ten be­strit­ten wer­den. Anne Mark­wardt, Le­bens­mit­te­l­ex­per­tin des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands, hält das in den be­ste­hen­den Struk­tu­ren nicht für ziel­füh­rend: »Wir brau­chen hö­he­re ge­setz­li­che Stan­dards und eine ef­fek­ti­ve, be­triebs­ge­naue Kon­trol­le der Tier­ge­sund­heit. Dann wer­den die Prei­se au­to­ma­tisch stei­gen.« Aldi habe sei­ne Ein­kaufs­macht bis­lang nicht ge­nutzt, kos­ten­de­cken­de Prei­se für tier­ge­rech­te Hal­tungs­for­men durch­zu­set­zen. Viel­mehr zwin­ge der har­te Wett­be­werb die Land­wir­te, im­mer güns­ti­ger zu pro­du­zie­ren. »Aldi stiehlt sich aus der Af­fä­re und schiebt die Ver­ant­wor­tung wei­ter«, kri­ti­siert sie die Hal­tung des Dis­coun­ters in Sa­chen Fleisch­steu­er.

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