Wirt­schaft

Weil
Autoindustrie

Weil hält Staatshilfen für ungenügend

Niedersachsens SPD-Ministerpräsident kritisiert Haltung der Parteiführung zur Kaufprämie.

• Ste­phan Weil, Mi­nis­ter­prä­si­dent von Nie­der­sach­sen, hält die Staats­hil­fen für die Au­to­in­dus­trie für un­zu­rei­chend. »Ich fürch­te, dass vie­le Zu­lie­fer­be­trie­be im Herbst in Exis­tenz­not ge­ra­ten wer­den«, sagt der SPD-Po­li­ti­ker, der im Auf­sichts­rat des Au­to­kon­zerns VW sitzt. »Spä­tes­tens dann ist eine neue Dis­kus­si­on über ei­nen Im­puls für die Au­to­kon­junk­tur ziem­lich wahr­schein­lich.« Die von der Bun­des­re­gie­rung be­schlos­se­ne tem­po­rä­re Sen­kung der Mehr­wert­steu­er wer­de der Au­to­bran­che nicht hel­fen. »Die­ses In­stru­ment ist auch des­halb frag­wür­dig, weil da­mit vor al­lem die teu­ren, gro­ßen und we­nig kli­ma­freund­li­chen Fahr­zeu­ge ge­för­dert wer­den«, so Weil. »Da­mit er­weist man dem Kli­ma­schutz ei­nen Bä­ren­dienst.« An­fang Mai hat­ten Weil, sein baye­ri­scher Amts­kol­le­ge Mar­kus Sö­der (CSU) und Ba­den-Würt­tem­bergs Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) Kauf­prä­mi­en auch für Ben­zin- und Die­sel­fahr­zeu­ge ge­for­dert. Sie schei­ter­ten aber am Wi­der­stand der SPD-Spit­ze, die aus­schließ­lich Elek­tro­au­tos för­dern woll­te. Weil kri­ti­siert das: Er sei über­rascht, »dass es in den Dis­kus­sio­nen um die Kauf­prä­mie stär­ker um Boni und den Kli­ma­schutz ging als um die Ret­tung von Ar­beits­plät­zen«. Noch im­mer sei­en mehr als 90 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten vom Ver­bren­nungs­mo­tor ab­hän­gig. »Wenn wir jetzt igno­rie­ren, dass es noch ge­rau­me Zeit Au­tos mit Die­sel- und Ben­zin­mo­tor ge­ben wird, dann ris­kie­ren wir den Ver­lust Zig­tau­sen­der Ar­beits­plät­ze.«

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