Chaos im Kopf

Analyse Vor einem Jahr wurde ein Fernsehkomiker ukrainischer Präsident. Wolodymyr Selenskyj hat Kritiker verblüfft, seine Macht konsolidiert – aber nun weiß er nicht recht weiter.

von Christian Esch

Man­che mü­hen sich ab, um in der Po­li­tik et­was zu wer­den; an­de­ren fällt die Macht zu wie eine rei­fe Frucht. Wo­lo­dy­myr Se­lens­kyj ge­hört zur zwei­ten Sor­te: Ohne sicht­ba­re An­stren­gung ge­wann der TV-Co­me­di­an im ver­gan­ge­nen Früh­jahr mit haus­ho­her Mehr­heit die ukrai­ni­sche Prä­si­dent­schafts­wahl, als hät­te das Land nur auf ihn ge­war­tet. Dass er kein Pro­gramm hat­te, kei­ne Par­tei und kei­ne Er­fah­rung, dar­über sa­hen die Ukrai­ner hin­weg – sie kann­ten ihn ja schon vom Fern­seh­schirm. Oder mein­ten doch, ihn zu ken­nen; seit Jah­ren spiel­te er den Prä­si­den­ten in ei­ner be­lieb­ten Se­rie. Au­ßer­dem wuss­ten die Bür­ger sehr ge­nau, was sie nicht woll­ten: den da­ma­li­gen Amts­in­ha­ber Pe­tro Po­ro­schen­ko oder an­de­re Ver­tre­ter ei­ner dis­kre­di­tier­ten po­li­ti­schen Klas­se.

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