Hirsche in Harold Hill

Ökologie In der Pandemie bestaunt der Mensch die vermeintliche Rückkehr der Natur. Aber statt uns über exotische Besucher zu wundern, sollten wir an einer Zukunft für Mensch und Tier arbeiten.
Von Judith Schalansky

Hir­sche im Stadt­teil Ha­rold Hill bei Lon­don: Sich das ent­ris­se­ne Land ein­ver­lei­ben

Die Krä­hen sind wie­der da. In un­se­rem Hin­ter­hof schie­ben die grau­schwar­zen Vö­gel mit ih­rem Schna­bel bun­te Bäl­le an und flat­tern kurz kräch­zend auf, im­mer wenn es ih­nen ge­lingt, ei­nen Ball ins Rol­len zu brin­gen. Ei­ni­ge von ih­nen be­ob­ach­ten das Trei­ben aus si­che­rer Ent­fer­nung, breit­bei­nig auf der Plas­ti­k­rut­sche po­si­tio­niert, oder ma­chen ni­cken­de Kopf­be­we­gun­gen auf dem obe­ren Holz­bal­ken der Schau­kel, an­de­re mi­schen sich ein und ver­su­chen laut­stark, ih­ren Art­ge­nos­sen ei­nen der Bäl­le ab­spens­tig zu ma­chen. Es sind etwa ein Dut­zend Ne­bel­krä­hen, die ich bei­na­he täg­lich be­ob­ach­ten kann, seit das Fa­mi­li­en­zen­trum, auf des­sen Ge­län­de sie sich tref­fen, Mit­te März ge­schlos­sen wur­de. Manch­mal kommt eine Mit­ar­bei­te­rin vor­bei, be­füllt die Be­wäs­se­rungs­beu­tel drei­er noch jun­ger Lin­den und räumt die bun­ten Bäl­le an den Rand des Sand­kas­tens, be­vor sie am nächs­ten oder über­nächs­ten Tag er­neut von den spiel­freu­di­gen Vö­geln durch­ein­an­der­ge­bracht wer­den.

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