Per­so­na­lien

Kraftvolles Nashorn

• Neun Mo­na­te nach ih­rem Tri­umph beim Eu­ro­vi­si­on Song Con­test (ESC) mel­det sich die is­rae­li­sche Mu­si­ke­rin Net­ta Bar­zi­lai, 26, jetzt mit ei­nem selbst ge­schrie­be­nen Song (»Bas­sa Sa­ba­ba«) zu­rück. Sie will be­wei­sen, dass sie kein One-Hit-Won­der ist. Vor ih­rem Sieg beim ESC sei sie in so­zia­len Me­di­en im­mer wie­der als fett und häss­lich be­schimpft wor­den, als Frau, die es nicht ver­die­ne, ihr Land zu re­prä­sen­tie­ren, er­zählt Bar­zi­lai. Heu­te sei sie durch das po­si­ti­ve Feed­back vie­ler Fans aus al­ler Welt aber selbst­be­wuss­ter denn je: »Ich füh­le mich wie ein Nas­horn – so kraft­voll, mit ei­ner ganz di­cken Haut.« Weil sie für vie­le zu ei­nem Idol für mehr Selbst­ak­zep­tanz ge­wor­den sei, fühlt sich Bar­zi­lai in der Pflicht: Ei­nen Wer­be­deal mit ei­ner is­rae­li­schen Be­klei­dungs­ket­te schlug sie aus. »Ich frag­te: ›Wer­den die­se Stü­cke in mei­ner Grö­ße dann auch im La­den hän­gen?‹ Sie sag­ten: ›Nein. Wir fer­ti­gen sie nur für dich an.‹« Dar­auf­hin habe sie dan­kend ver­zich­tet. Zu vie­le Mäd­chen und jun­ge Frau­en sei­en heut­zu­ta­ge un­glück­lich, weil sie in ih­rer Grö­ße nichts kau­fen könn­ten, in dem auch sie sich schön fän­den. Sie selbst habe über Jah­re dar­un­ter ge­lit­ten. Dank ih­rer Rei­sen zu Auf­trit­ten im Aus­land wer­de sie heu­te im­mer­hin dort ab und zu fün­dig.

Handball war gestern

• Die ehe­mals als Gold­fisch der Na­ti­on be­rühm­te Fran­zis­ka van Alm­sick, 40, glänz­te beim »Ball des Sports« silb­rig von Kopf bis Fuß. Die mehr­fa­che Eu­ro­pa­meis­te­rin im Schwim­men, heu­te Auf­sichts­rats­mit­glied der Deut­schen Sport­hil­fe, trat als Gast­ge­be­rin der Be­ne­fiz­ver­an­stal­tung in ei­nem Glit­zer­kleid mit Glitz­er­gür­tel und Glit­zer­schmuck auf. Fast 2000 Gäs­te ka­men ver­gan­ge­nen Sams­tag in Wies­ba­den zu­sam­men, um Geld für die Fi­nan­zie­rung der deut­schen Ath­le­ten zu spen­den. Van Alm­sick, die auch sehr fest­lich fri­siert war, stand vor der Par­ty ei­nem Re­por­ter der »Hes­sen­schau« Rede und Ant­wort. Hand­ball, Eis­ho­ckey, al­les Mög­li­che wer­de re­prä­sen­tiert, so der TV-Mann, wor­in sie sich denn ver­su­chen wol­le. »Im Hand­ball habe ich mich in der Ver­gan­gen­heit schon gut aus­pro­biert«, ant­wor­te­te van Alm­sick ohne Zö­gern. Die zwei­fa­che Schwimm­welt­meis­te­rin war von 2000 bis 2004 mit dem da­ma­li­gen Hand­ball­na­tio­nal­spie­ler Ste­fan Kretz­sch­mar zu­sam­men. Oh­ne­hin sei sie we­gen ei­ner Knie­ope­ra­ti­on vor acht Mo­na­ten noch et­was ein­ge­schränkt. »Ich wer­de eher mal Sa­chen aus­pro­bie­ren, bei de­nen man nicht so flink auf den Bei­nen sein muss.« Spä­ter am Abend wag­te van Alm­sick sich auf die Tanz­flä­che.

Fettnapf in Kuba

• Im Früh­jahr wer­den Prinz Charles, 70, und sei­ne Gat­tin Ca­mil­la, 71, in die Ka­ri­bik rei­sen. Da­bei geht es nicht ums rei­ne Ver­gnü­gen, son­dern um eine his­to­ri­sche Ges­te: Die bei­den sind die ers­ten Mit­glie­der des bri­ti­schen Kö­nigs­hau­ses, die dem kom­mu­nis­ti­schen In­sel­staat Kuba die Ehre ge­ben. Eine of­fi­zi­el­le An­kün­di­gung durch den Hof hat es noch nicht ge­ge­ben, aber bei ei­ner Be­sich­ti­gung des Obers­ten Ge­richts­hofs in Lon­don er­klär­te Ca­mil­la, dass sie sich sehr auf die Rei­se freue. Sie lie­be die Mu­sik und die Ar­chi­tek­tur. Beim Es­sen al­ler­dings sei die Her­zo­gin sich »nicht so si­cher«, be­rich­ten ver­schie­de­ne bri­ti­sche Zei­tun­gen. Ku­ba­ni­sches Es­sen ge­nießt in­ter­na­tio­nal tat­säch­lich kei­nen be­son­de­ren Ruf. Ver­gli­chen mit dem Ur­teil des eins­ti­gen fran­zö­si­schen Pre­mier­mi­nis­ters Jac­ques Chi­rac über die eng­li­sche Kü­che wir­ken Ca­mil­las Be­den­ken je­doch mil­de. Er soll 2005 ge­sagt ha­ben: »Man kann Men­schen nicht trau­en, die so schlecht ko­chen.«

Entspannter Priester

• Der ame­ri­ka­ni­sche Rap­per und Un­ter­neh­mer Sno­op Dogg, 47, steht im Mit­tel­punkt ei­nes rosa Lu­xus­rau­sches, Lu­xus­hun­de in­klu­si­ve. Im ers­ten von drei Wer­be­spots, die on­line, aber auch in Fern­se­hen und Kino zu se­hen sind, wird der Mu­si­ker zu »Smoooth Dogg«, ei­ner Art Ho­he­pries­ter, ge­weiht, eine Schar ver­zück­ter An­hän­ger ver­folgt die pseu­do­re­li­giö­se Ze­re­mo­nie, edle Af­gha­ni­sche Wind­hun­de wei­chen ihm nicht von der Sei­te. Der neue Smoooth Dogg will mehr »Smooth­ness«, also Ge­schmei­dig­keit, in die Welt brin­gen. Nicht ganz zu­fäl­lig passt der Be­griff per­fekt zum an­geb­lich rei­bungs­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr, den der schwe­di­sche On­lin­ebe­zahl­dienst Klar­na sei­nen Kun­den ver­spricht: Der coo­le Kö­nig der Ge­schmei­dig­keit hat An­tei­le an der Fir­ma er­wor­ben und tritt nun als de­ren Mar­ken­bot­schaf­ter auf. Die bei­den an­de­ren Spots fei­ern eben­falls über­trie­be­ne Opu­lenz auf lus­ti­ge Wei­se: Smoooth Dogg to­tal ent­spannt auf ei­nem rie­si­gen rosa Sa­t­in­bett mit den – äu­ßerst ge­schmei­di­gen – Wind­hun­den, de­nen im drit­ten Film Häpp­chen mit »Gold-Erd­nuss­but­ter« ser­viert wer­den, die dank Klar­na auch spä­ter be­zahlt wer­den kann.

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