Li­mo­na­de ist töd­li­cher als Krieg. Sy­ri­en, Ukrai­ne, Af­gha­nis­tan, Li­by­en, Irak: über­all Krieg. Um das Aus­maß der Ge­walt ins Ver­hält­nis zur Welt­be­völ­ke­rung zu set­zen, drü­cken Sta­tis­ti­ker die glo­ba­le Kriegs­in­ten­si­tät gern so aus: 2017 sind welt­weit rund 1,2 pro 100 000 Men­schen in Krie­gen um­ge­kom­men, das sind ins­ge­samt 92 000 Op­fer, we­ni­ger als bei­spiels­wei­se durch zu­cker­hal­ti­ge Ge­trän­ke. Die Fol­gen ei­nes über­mä­ßi­gen Kon­sums kos­te­ten laut der »Glo­bal Bur­den of Di­sea­se Stu­dy«, der maß­geb­li­chen Da­ten­bank für To­des­ur­sa­chen, im sel­ben Jahr etwa 137 000 Men­schen das Le­ben. Die Wahr­schein­lich­keit, in ei­nem Krieg um­zu­kom­men, ist welt­weit seit 1950 um cir­ca 90 Pro­zent zu­rück­ge­gan­gen. War­um aber ha­ben wir wei­ter­hin den Ein­druck, in ei­ner Welt vol­ler Krie­ge und zu­neh­men­der Kriegs­ge­fahr zu le­ben? Wer Nach­rich­ten-Web­sites liest, den Fern­se­her ein­schal­tet oder die Zei­tung auf­schlägt, wird fast un­ver­meid­lich auf Be­rich­te über krie­ge­ri­sche Kon­flik­te sto­ßen. Un­ser Ge­sell­schafts­ge­spräch be­schäf­tigt sich un­ver­min­dert mit ei­nem The­ma, das tat­säch­lich im­mer we­ni­ger Men­schen be­trifft. Gut so! Schließ­lich gibt es kei­nen Grund, sich nicht mehr über Krie­ge zu in­for­mie­ren, nur weil we­ni­ger Tote zu be­kla­gen sind. Doch je we­ni­ger Krie­ge aus­bre­chen, Flug­zeu­ge ab­stür­zen oder Ter­ror­an­schlä­ge statt­fin­den, des­to be­rich­tens­wer­ter wird jede Aus­nah­me. Es ist die zu­neh­men­de In­for­miert­heit über Aus­nah­men, die beim Pu­bli­kum oft ein fal­sches Bild er­zeugt. Es mag pa­ra­dox er­schei­nen, aber die Welt war wahr­schein­lich noch nie so fried­lich wie heu­te.

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