Sep­tember

29. 09. 2019

Adieu!

• Stun­den­lang ste­hen die Fran­zo­sen an die­sem trü­ben Sep­tem­ber­tag an, um Jac­ques Chi­rac die letz­te Ehre zu er­wei­sen. Sie wol­len sei­nen Sarg se­hen, der in der Pa­ri­ser Ka­the­dra­le Saint-Lou­is auf­ge­bahrt ist, ne­ben dem In­va­li­den­dom, wo Na­po­le­on be­gra­ben ist. Chi­rac, von 1995 bis 2007 Prä­si­dent Frank­reichs, starb am 26. Sep­tem­ber an Nie­ren­ver­sa­gen. Er war Bür­ger­meis­ter von Pa­ris, zwei­mal Pre­mier­mi­nis­ter und zwei­mal Staats­chef. Ihre Lie­be zu dem bür­ger­li­chen Po­li­ti­ker ent­deck­ten die Fran­zo­sen al­ler­dings erst, als er kein Amt mehr in­ne­hat­te. Da wur­de er, schon ge­sund­heit­lich an­ge­schla­gen, zum »Groß­va­ter der Na­ti­on«. Da ver­zie­hen ihm die Fran­zo­sen auch sei­ne Feh­ler im Pa­ri­ser Rat­haus, für die er 2011 we­gen Ver­un­treu­ung öf­fent­li­cher Gel­der zu ei­ner zwei­jäh­ri­gen Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt wur­de. Chi­rac war be­kannt für sei­ne Frau­en­af­fä­ren, mit sei­nem Charme brach­te er an­geb­lich so­gar die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin Mar­ga­ret That­cher zum Er­rö­ten. Alt­kanz­ler Ger­hard Schrö­der, den mit Chi­rac eine enge po­li­ti­sche Freund­schaft ver­band, fehlt bei der Trau­er­fei­er – durch ein Miss­ver­ständ­nis, heißt es spä­ter in Pa­ris.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 55/2019.