Per­so­na­lien

Kluges Kind

• Der ame­ri­ka­ni­sche R-&-B-Mu­si­ker John Le­gend, 40, ver­däch­tigt sei­ne Toch­ter Luna, 3½, ihn und sei­ne Ehe­frau Chris­ti­ne Tei­gen, 34, hin­ters Licht zu füh­ren: Er sei sich kei­nes­wegs si­cher, ob das Kind tat­säch­lich an den Weih­nachts­mann glau­be. Viel­leicht täu­sche es die El­tern, weil es meint, ih­nen da­mit ei­nen Ge­fal­len zu tun. Das sag­te Le­gend dem Ma­ga­zin »Peop­le«, das ihn zum »Se­xiest Man Ali­ve« 2019 er­klärt hat. So oder so könn­ten sich Luna und ihr klei­ner Bru­der Mi­les Theo­do­re, 18 Mo­na­te alt, auf Ge­schen­ke freu­en, ver­spricht der Plat­ten­mil­lio­när. Le­gend muss bis zum 26. Ja­nu­ar auf eine ver­spä­te­te Weih­nachts­ga­be hof­fen, die nicht käuf­lich ist: Für sein ak­tu­el­les Al­bum »A Le­gen­da­ry Christ­mas« wur­de er in der Ka­te­go­rie »Best Tra­di­tio­nal Pop Vo­cal Al­bum« für ei­nen Gram­my no­mi­niert. Er kon­kur­riert da­bei un­ter an­de­rem mit Mi­cha­el Bu­blé und Bar­bra Streisand.

Blick nach vorn

• In die­sem Jahr muss­te Queen Eliz­a­beth II., 93, be­son­ders viel Un­er­freu­li­ches er­tra­gen: Das Land be­fand sich in stän­di­gem Auf­ruhr we­gen des Brex­its; die an­geb­li­chen oder tat­säch­li­chen Strei­te­rei­en zwi­schen den Fa­mi­li­en ih­rer En­kel sorg­ten für schlech­te Pres­se – und zu­letzt trat ihr Sohn Prinz An­d­rew im Zuge ei­nes Miss­brauchsskan­dals von sei­nen öf­fent­li­chen Ver­pflich­tun­gen zu­rück. Wie wird sie das al­les in ih­rer tra­di­tio­nel­len Weih­nachts­an­spra­che ans Volk ver­ar­bei­ten? Ist 2019 wo­mög­lich das zwei­te »an­nus hor­ri­bi­lis« für die Queen? Die­sen Aus­druck be­nutz­te Eliz­a­beth im Rück­blick auf 1992; da­mals er­reich­te die Ehe­kri­se von Charles und Dia­na ih­ren Hö­he­punkt, Prin­zes­sin Anne ließ sich schei­den, in der Pres­se wa­ren Fo­tos auf­ge­taucht, die zeig­ten, wie sich Sa­rah Fer­gu­son, Du­ch­ess of York, die Ze­hen lut­schen ließ – und zu al­lem Über­fluss brann­te Wind­sor Cast­le. Die of­fi­zi­el­le Bio­gra­fin der Queen fin­det 2019 weit we­ni­ger schlimm, denn im Ge­gen­satz zu da­mals sei der Fort­be­stand der Mon­ar­chie nicht be­droht, sag­te Sal­ly Bedell Smith dem Ma­ga­zin »Va­ni­ty Fair«. Sie ist über­zeugt, dass die Kö­ni­gin »heu­te mehr ge­liebt wird denn je«, für 2020 sehe sie kei­ne »un­heil­vol­len Wol­ken am Ho­ri­zont« – je­den­falls kei­ne, die die Mon­ar­chie be­trä­fen. We­nigs­tens et­was.

Andere Zeiten

• Dass die bri­ti­sche Schau­spie­le­rin und Sän­ge­rin Cyn­thia Eri­vo, 32, eine gute Wahl war bei der Be­set­zung der Ti­tel­rol­le in dem Dra­ma »Har­riet«, wur­de zu­letzt mit ei­ner zwei­fa­chen Gol­den-Glo­be-No­mi­nie­rung be­kräf­tigt: für ihre Dar­stel­lung der afro­ame­ri­ka­ni­schen Frei­heits­kämp­fe­rin Har­riet Tub­man (cir­ca 1822 bis 1913) und für den Song zum Film, den sie mit­ge­schrie­ben hat und auch singt. Tub­man war eine Hel­din im Kampf ge­gen die Skla­ve­rei und für Frau­en­rech­te. Als Flucht­hel­fe­rin mit dem Spitz­na­men Mo­ses führ­te sie un­ter Ein­satz ih­res Le­bens wahr­schein­lich rund 70 Men­schen aus den Süd­staa­ten in die Frei­heit, man­che bis nach Ka­na­da. Der Film über die un­ge­wöhn­li­che Frau sei mehr als über­fäl­lig ge­we­sen, be­fan­den ei­ni­ge Kri­ti­ker. Der »Guar­di­an« be­rich­tet, das Pro­jekt sei schon vor 25 Jah­ren in Pla­nung ge­we­sen. Dazu gibt der Pro­du­zent zu Pro­to­koll, da­mals habe ei­ner der Stu­dio­bos­se Ju­lia Ro­berts für die Haupt­rol­le vor­ge­schla­gen. Auf den Ein­wand, Ro­berts kön­ne schlecht die schwar­ze Tub­man dar­stel­len, habe der Ma­na­ger ge­sagt: »Das ist so lan­ge her, nie­mand wird den Un­ter­schied be­mer­ken.« Man hofft in­stän­dig, dass Ju­lia Ro­berts nie eine An­fra­ge dazu be­kom­men hat. Cyn­thia Eri­vo wer­den nun Chan­cen auf ei­nen Os­car ein­ge­räumt.

Filmema­cherin im Glück

• Pas­send zu Weih­nach­ten geht für die US-ame­ri­ka­ni­sche Re­gis­seu­rin Gre­ta Ger­wig, 36, ein gro­ßer Wunsch in Er­fül­lung: In den USA kommt ihr Film »Litt­le Wo­men« in die Ki­nos, in Deutsch­land am 30. Ja­nu­ar. Es han­delt sich um die ach­te Ad­ap­ti­on des gleich­na­mi­gen Ro­mans von Loui­sa May Al­cott aus dem Jahr 1868/​69, ei­nes Klas­si­kers der Co­m­ing-of-Age-Li­te­ra­tur. Ger­wig, für ih­ren Film »Lady Bird« (Re­gie und Dreh­buch) ge­fei­ert und os­car­no­mi­niert (2018), liebt die­ses Werk, des­we­gen woll­te sie es un­be­dingt ver­fil­men. Das Buch sei sehr prä­gend für sie ge­we­sen: »Es muss mir vor­ge­le­sen wor­den sein, denn ich er­in­ne­re mich nicht, dass es eine Zeit gab, in der ich noch nicht wuss­te, wer Jo March ist«, sag­te sie in ei­nem In­ter­view mit »Time«. Das Tee­nie­mäd­chen Jo March will Schrift­stel­le­rin wer­den, ein Be­rufs­wunsch, den Ger­wig als Kind teil­te – heu­te schreibt sie Dreh­bü­cher. Der mehr als 150 Jah­re alte Text sei un­glaub­lich mo­dern, schwärmt Ger­wig. Und sie glaubt, dass Au­to­ren auch heut­zu­ta­ge noch auf der Su­che sind nach der Mög­lich­keit, Ge­schich­ten über Frau­en zu er­zäh­len, de­ren Le­ben mehr bie­tet als Hei­rat und Tod.

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