Wir können nicht mehr

Essay  Die menschliche Zivilisation hat mit der Völlerei an der gemeinsamen Tafel begonnen. Was tun, wenn die Askese und das schlechte Gewissen auf einmal mit am Tisch sitzen?

Im po­pu­lärs­ten deut­schen Fa­mi­li­en­ro­man lässt sich ein Hei­li­ger Abend fol­gen­der­ma­ßen an: »Alle hat­ten heu­te frü­her als sonst zu Mit­tag ge­ges­sen und sich da­her mit Tee und Bis­kuits aus­gie­big be­dient. Aber man war kaum da­mit fer­tig, als gro­ße Kris­tall­schüs­seln mit ei­nem gel­ben, kör­ni­gen Brei zum Im­biss her­um­ge­reicht wur­den. Es war Man­del­creme, ein Ge­misch aus Ei­ern, ge­rie­be­nen Man­deln und Ro­sen­was­ser, das ganz wun­der­voll schmeck­te, das aber, nahm man ein Löf­fel­chen zu viel, die furcht­bars­ten Ma­gen­be­schwer­den ver­ur­sach­te. Den­noch, und ob­gleich die Kon­su­lin bat, für das Abend­brot ›ein klei­nes Loch of­fen­zu­las­sen‹, tat man sich kei­nen Zwang an.«

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