Haus­mit­tei­lung

Ficht­ner in Bonn

Fünf­zig Jah­re nach dem Amts­an­tritt Wil­ly Brandts als Kanz­ler durch­lebt die SPD eine exis­ten­zi­el­le Kri­se. Die Nach­richt vom ver­gan­ge­nen Sams­tag, dass die Au­ßen­sei­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans und Sas­kia Es­ken die Ab­stim­mung um den Par­tei­vor­sitz ge­won­nen ha­ben, hat in­ner­par­tei­lich für Ju­bel, an­sons­ten aber für Kopf­schüt­teln ge­sorgt. Folgt nun der Bruch der Gro­ßen Ko­ali­ti­on? Ver­schär­fen sich die Flü­gel­kämp­fe in­ner­halb der So­zi­al­de­mo­kra­tie? Ein SPIEGEL-Team be­leuch­tet die Rol­le des Juso-Vor­sit­zen­den Ke­vin Küh­nert beim Sie­ges­zug der Par­tei­lin­ken. Re­por­ter Ull­rich Ficht­ner be­such­te in den Wo­chen der Ent­schei­dung SPD-Ge­treue im gan­zen Land, um die Stim­mung un­ter den Mit­glie­dern zu be­schrei­ben. Die Rei­se ent­lang his­to­ri­scher Orte der So­zi­al­de­mo­kra­tie führ­te, schreibt Ficht­ner, »zur nicht min­der his­to­ri­schen Fra­ge, ob sich an der äl­tes­ten deut­schen Par­tei ein Zer­falls­pro­zess voll­zieht, der nur sie be­trifft – oder ob un­ser in Jahr­zehn­ten ein­ge­üb­tes Par­tei­en- und Macht­sys­tem wo­mög­lich ins­ge­samt ero­diert«. Zum Ar­ti­kel

Ein po­li­ti­sches Erd­be­ben er­schüt­tert Mal­ta. Zwei Jah­re nach­dem die be­kann­tes­te Ent­hül­lungs­jour­na­lis­tin der In­sel, Daph­ne Ca­rua­na Ga­li­zia, mit ei­ner Au­to­bom­be er­mor­det wur­de, er­här­tet sich ein un­ge­heu­rer Ver­dacht: Sind die Hin­ter­män­ner des Mor­des in höchs­ten wirt­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Krei­sen zu fin­den? Ei­ner der be­kann­tes­ten Ge­schäfts­män­ner Mal­tas wur­de an­ge­klagt, der Pre­mier kün­dig­te sei­nen Rück­tritt an. Die Spiegel-Kol­le­gen Frank Hor­nig und Juan Mo­re­no zeich­nen das Bild ei­nes Klein­staats in Auf­ruhr, der sich mehr und mehr zu ei­nem Zen­trum für Kor­rup­ti­on, Geld­wä­sche und Glücks­spiel ent­wi­ckelt hat. »Daph­ne Ca­rua­na Ga­li­zia muss­te ster­ben, weil sie sich mit den Mäch­ti­gen an­ge­legt hat­te. Es kann nicht sein, dass in ei­nem Mit­glied­staat der EU die Po­li­tik of­fen­bar al­les tut, um die Auf­klä­rung ei­nes Mor­des zu ver­hin­dern«, sagt Mo­re­no. Zum Ar­ti­kel

Po­l­onyi

Wie ver­än­dert sich das Le­ben, wenn man ein be­hin­der­tes Kind be­kommt? Das war die Leit­fra­ge, mit der Re­por­ter Max Po­l­onyi im Juni nach Köln fuhr, um Mi­chae­la und Na­ta­lie De­dreux erst­mals zu be­su­chen. Mut­ter und Toch­ter en­ga­gie­ren sich für Men­schen mit Be­hin­de­rung, Na­ta­lie De­dreux hat selbst das Down­syn­drom. Wäh­rend Deutsch­land über ei­nen ent­spre­chen­den Blut­test zur Früh­er­ken­nung als Kas­sen­leis­tung dis­ku­tier­te, be­glei­te­te Po­l­onyi die bei­den in ih­rem All­tag. Da­bei lern­te er eine Toch­ter ken­nen, die sich in der Ge­sell­schaft nicht will­kom­men fühlt, und eine Mut­ter, über die Frem­de ur­tei­len, weil sie ein be­hin­der­tes Kind be­kom­men hat. »Im­mer heißt es: Mensch, die arme Frau, das arme Mäd­chen«, sagt Po­l­onyi, »aber Mit­leid ist das Letz­te, was die bei­den brau­chen; sie wol­len ernst ge­nom­men wer­den.«Zum Ar­ti­kel

Kin­der wis­sen es, Er­wach­se­ne ver­ges­sen es oft: In der Welt der Fan­ta­sie ist al­les mög­lich. Um die­ses Fas­zi­no­sum geht es in der Ti­tel­ge­schich­te von »dein sPIEGEL« – in­klu­si­ve Tipps für fan­tas­ti­schen Le­se­stoff. Au­ßer­dem im Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der: eine Re­por­ta­ge über das Aus­wil­dern von Tie­ren der See­hund­sta­ti­on Fried­richs­koog und ein Ge­spräch mit der Mu­si­ke­rin und Ho­lo­caust-Über­le­ben­den Es­ther Be­ja­ra­no. »Dein SPIEGEL« er­scheint am Diens­tag.