Ludwig der Größte

Jubiläen Im Beethovenjahr vor dem 250. Geburtstag des Komponisten wird ein tragisches Genie gefeiert: ungeheuer kraftvoll, aber taub, unglücklich verliebt und zu oft wütend. Seine Musik ist modern, komplex, widersprüchlich, emotional. Und mitreißend.
Von Susanne Beyer

Ge­burts­zim­mer Beet­ho­vens in Bonn um 1910 Er war mensch­lich und über­mensch­lich

Es ist er­staun­lich still in Raum 103. Mau­ro, ein jun­ger Mann, der an der Hoch­schu­le für Mu­sik in Wei­mar das Di­ri­gie­ren stu­diert, steht mit gro­ßer Ges­te am Pult. Er hat den Takt­stock in der rech­ten Hand, weil er ver­sucht, sich eine Beet­ho­vens­in­fo­nie an­zu­eig­nen. Jene, die un­ter den vie­len lau­ten Beet­ho­vens­in­fo­ni­en als be­son­ders laut gilt, die »Eroi­ca«. Es ist aber nichts zu hö­ren. Nur das Ge­räusch, wenn Mau­ro mit dem Stock en­er­gisch die Luft durch­schnei­det. Laut­los wen­det er sich mal den Strei­chern zu, mal den Blä­sern, aber we­der Strei­cher noch Blä­ser sind da.

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