Per­so­na­lien

Liebe oder Karriere

• As­tro­nau­ten hät­ten ei­nen Hang zum Ma­so­chis­mus, fin­det die fran­zö­si­sche Schau­spie­le­rin Eva Green, 39. Sie wür­den es lie­ben, sich im Dienst der Wis­sen­schaft auf­zu­op­fern und zu lei­den. Green, die häu­fig in­ner­lich zer­rüt­te­te Cha­rak­te­re spielt, schlüpf­te für ih­ren neu­en Film »Pro­xi­ma« in die Rol­le ei­ner Raum­fah­re­rin. Bei den Dreh­ar­bei­ten be­kam sie viel vom All­tag die­ser Be­rufs­grup­pe mit. Zur Ein­stim­mung übte sie im Eu­ro­päi­schen As­tro­nau­ten­zen­trum in Köln, wie sich Schwe­re­lo­sig­keit an­fühlt. Da­bei stellt der Film, der seit Mitt­woch in den fran­zö­si­schen Ki­nos zu se­hen ist, we­ni­ger das Le­ben im All, son­dern die per­sön­li­chen Pro­ble­me der Raum­fah­rer in den Vor­der­grund. Green spielt eine As­tro­nau­tin, die sich hin- und her­ge­ris­sen fühlt zwi­schen ih­rer Kar­rie­re und der Lie­be zu ih­rer Toch­ter, von der sie we­gen ei­ner Mis­si­on ein Jahr lang ge­trennt wird. Sie emp­fin­de Hoch­ach­tung ge­gen­über Frau­en, die Kar­rie­re ma­chen, er­zählt das ehe­ma­li­ge Bond-Girl der fran­zö­si­schen Zeit­schrift »Pa­ris Match«. Denn die müss­ten da­für viel grö­ße­re Op­fer brin­gen als ihre männ­li­chen Kol­le­gen. Sie kann die Zer­ris­sen­heit die­ser Frau­en zu­dem gut nach­füh­len. Sie sei zwar selbst nicht Mut­ter. »Aber ich bin schon ge­stresst, wenn ich mei­nen Hund al­lein zu Hau­se zu las­sen muss, wenn ich dre­he. Nicht aus­zu­den­ken, wie das erst mit ei­nem Kind wäre.«

Immer dieser Boris

• Nun ge­rät auch noch die Pla­nung der Weih­nachts­fe­ri­en von Groß­bri­tan­ni­ens Kö­ni­gin Eliz­a­beth II., 93, durch­ein­an­der. Spä­tes­tens eine Wo­che vor Hei­lig­abend pflegt Eliz­a­beth nach Schloss Sand­ring­ham zu rei­sen, wo die Fest­ta­ge tra­di­tio­nell be­gan­gen wer­den. Doch nach den von Pre­mier Bo­ris John­son for­cier­ten Neu­wah­len, die am 12. De­zem­ber statt­fin­den, wird sie nun vor­aus­sicht­lich am 19. De­zem­ber in Lon­don das neu ge­wähl­te Par­la­ment er­öff­nen müs­sen. Ein Spre­cher des Pre­miers er­klär­te be­reits, dass die Ze­re­mo­nie in ei­nem »re­du­zier­ten« Rah­men von­stat­ten­ge­hen soll, Eliz­a­beth wird also kei­ne gro­ße Robe tra­gen, auf die Kut­sche wird ver­zich­tet, al­les geht ein biss­chen schnel­ler. Soll­te John­son aber ent­ge­gen den Er­war­tun­gen sein Amt ver­lie­ren, wird sich die Par­la­ments­er­öff­nung er­heb­lich ver­zö­gern, die Queen käme erst im Ja­nu­ar zum Ein­satz und müss­te ihre Fe­ri­en un­ter­bre­chen. Das wäre eine höchst un­er­freu­li­che Stö­rung ih­rer jahr­zehn­te­lang ge­üb­ten Rou­ti­ne: Der Auf­ent­halt auf Schloss Sand­ring­ham dau­ert bis zum 6. Fe­bru­ar, dem To­des­tag ih­res 1952 dort ver­stor­be­nen Va­ters. Die Queen ist zwar in ers­ter Li­nie die Queen, aber gleich­zei­tig ist sie eine über 90-jäh­ri­ge Dame, die auch mal ihre Ruhe braucht.

Der Alles-Experte

• Er ist nicht nur der Schwie­ger­sohn des ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, son­dern auch des­sen Chef­be­ra­ter. Sei­ne The­men­fel­der sind viel­fäl­tig: Frie­den im Mitt­le­ren Os­ten, die Be­täu­bungs­mit­tel­kri­se, ein neu­es Im­mi­gra­ti­ons­sys­tem für die USA. Nun be­kam Ja­red Kush­ner, 38, eine wei­te­re Auf­ga­be über­tra­gen. Er soll den Bau der Mau­er an der Süd­gren­ze der Ver­ei­nig­ten Staa­ten über­wa­chen. Oder bes­ser ge­sagt: über­haupt in Gang brin­gen. Do­nald Trumps Lieb­lings­pro­jekt, das von den meis­ten Ex­per­ten als nicht um­setz­bar ein­ge­schätzt wird, ist von ei­ner Voll­endung nach wie vor weit ent­fernt. Kush­ner soll als Pro­jekt­ma­na­ger un­ter an­de­rem da­für sor­gen, dass bis­her un­wil­li­ge Grund­ei­gen­tü­mer die Flä­chen für die Mau­er dem Staat über­las­sen. In Te­xas konn­ten laut »Va­ni­ty Fair« nur 16 Pro­zent des zu be­bau­en­den Ge­biets von der Re­gie­rung er­wor­ben wer­den. Mit Im­mo­bi­li­en kennt Kush­ner sich aus. Im ver­gan­ge­nen Jahr ge­riet eine sei­ner Fir­men in die Schlag­zei­len. Der Vor­wurf: 2015 habe sie Mie­ter drang­sa­liert, um sie los­zu­wer­den und die Woh­nun­gen teu­rer auf den Markt brin­gen zu kön­nen.

Zweiter Akt

• Die heik­le Be­zie­hung des Rap­pers A$AP Ro­cky, 31, zu Schwe­den fin­det über­ra­schen­der­wei­se eine Fort­set­zung. In ei­nem In­ter­view mit der Ce­le­bri­ty-Web­site TMZ kün­dig­te der US-Ame­ri­ka­ner an, Mi­gran­ten in dem skan­di­na­vi­schen Land hel­fen zu wol­len. De­ren pre­kä­re Lage sei ihm im Som­mer be­wusst ge­wor­den – wäh­rend sei­ner Zeit als Un­ter­su­chungs­häft­ling in Stock­holm. Der Mu­si­ker war we­gen Kör­per­ver­let­zung an­ge­klagt wor­den, im Au­gust ent­schied ein Ge­richt, dass er mit ei­ner Geld- und Be­wäh­rungs­stra­fe da­von­kommt. Vie­le dach­ten, er wür­de nie wie­der nach Schwe­den rei­sen. Der Fall hat­te hohe Wel­len ge­schla­gen, weil sich Pro­mi­nen­te, vor al­lem US-Prä­si­dent Do­nald Trump, für A$AP Ro­cky ein­setz­ten. Nun kün­dig­te der Rap­per an, Ein­nah­men sei­nes Stock­holm-Kon­zerts im De­zem­ber ei­nem Netz­werk für Flücht­lings­hil­fe zu spen­den. Au­ßer­dem ist er laut der schwe­di­schen Zei­tung »Af­ton­bla­det« mit dem Lei­ter der Haft­an­stalt Kro­no­berg in Kon­takt ge­tre­ten. Er möch­te Klei­dung spen­den. In Kro­no­berg war A$AP ei­nen Mo­nat lang in­haf­tiert ge­we­sen und hat­te die Nöte von Häft­lin­gen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ken­nen­ge­lernt. Nie­mand küm­me­re sich um sie, sie müss­ten manch­mal mo­na­te­lang auf ei­nen Ge­richts­ter­min war­ten, sag­te er TMZ. Wenn es nach ihm gin­ge, wür­de er auch im Knast ein Kon­zert ge­ben. Dass dar­aus et­was wer­de, sei aber eher un­wahr­schein­lich.

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