Haus­mit­tei­lung

Bey­er in Bonn

Wäh­rend ih­rer Re­cher­che zum Le­ben Lud­wig van Beet­ho­vens, des­sen Werk ab Mit­te De­zem­ber ein Jahr lang in Deutsch­land ge­fei­ert wer­den wird, be­such­te SPIEGEL-Au­to­rin Su­san­ne Bey­er zwei Orte, an de­nen sie sich dem Kom­po­nis­ten be­son­ders nahe fühl­te. Der ers­te Ort war die Em­po­re der Schloss­kir­che in Bonn (Foto), wo die in­zwi­schen neue Or­gel steht. An der al­ten hat­te Beet­ho­ven schon als elf­jäh­ri­ger Jun­ge ge­spielt, wenn der Or­ga­nist ver­hin­dert war. Der zwei­te Ort war das Haus in der Bonn­gas­se, in dem Beet­ho­ven ge­bo­ren wur­de. Heu­te ist es ein Mu­se­um mit vie­len Aus­stel­lungs­stü­cken. Hier be­geg­ne­te Bey­er nicht dem Ge­nie Beet­ho­ven, son­dern dem Men­schen, der in Haus­halts­bü­chern her­um­krit­zel­te, um sei­ne Haus­häl­te­rin zu über­prü­fen – und sich dau­ernd ver­rech­ne­te. »Beet­ho­ven war in al­lem in­ten­siv, in sei­ner Hin­ga­be zur Mu­sik, aber auch in sei­nen Stim­mun­gen. Rhei­ni­scher Hu­mor und stän­di­ge schlech­te Lau­ne ge­hör­ten bei ihm zu­sam­men«, sagt Bey­er. zum Ar­ti­kel

Reu­ter, Wer­ner

SPIEGEL-Re­por­ter Chris­toph Reu­ter hat zu­sam­men mit Fo­to­graf Chris­ti­an Wer­ner die Front­li­ni­en Nord­af­gha­nis­tans be­reist, um das mör­de­ri­sche Patt zwi­schen Ta­li­ban und Trup­pen der Re­gie­rung zu be­schrei­ben. Sie konn­ten in der Nähe der Fron­ten alle Kon­trol­len un­be­hel­ligt pas­sie­ren. Pro­ble­me gab es aus­ge­rech­net in der fried­li­chen Klein­stadt Jurm: Reu­ter und Wer­ner wur­den fest­ge­nom­men, auf Be­fehl des ört­li­chen Kom­man­deurs des Ge­heim­diens­tes. Sie könn­ten ja Selbst­mord­at­ten­tä­ter sein, lau­te­te die Be­grün­dung. »So be­ka­men wir, in ho­möo­pa­thi­scher Do­sis, eine Vor­ah­nung, wie es Af­gha­nen er­geht, wenn sie in die Fän­ge ih­res Si­cher­heits­ap­pa­rats ge­ra­ten«, sagt Reu­ter. Nach In­ter­ven­ti­on des Pro­vinz­gou­ver­neurs ka­men die bei­den nach meh­re­ren Stun­den wie­der frei. zum Ar­ti­kel

Mit dem Na­men »Con­ter­gan« ist der größ­te Arz­nei­mit­tel­skan­dal der Re­pu­blik ver­knüpft, Tau­sen­de Neu­ge­bo­re­ne ka­men mit Fehl­bil­dun­gen zur Welt, im In- und Aus­land. Ver­ant­wort­lich war die deut­sche Fir­ma Grü­nen­thal. Erst die Zu­sa­ge der Bun­des­re­gie­rung, den Ge­schä­dig­ten eine le­bens­lan­ge Ren­te zu zah­len, sorg­te für Rechts­frie­den. Grü­nen­thal-Op­fern aus Bra­si­li­en sol­len die­se Ent­schä­di­gun­gen nun ge­stri­chen wer­den. Ra­fa­el Busch­mann, Ni­co­la Na­ber und Mi­cha­el Wulzin­ger gin­gen ge­mein­sam mit Kol­le­gen aus dem In­ves­ti­ga­tiv­res­sort von NDR und SWR der Fra­ge nach, wie­so eine Be­hör­de den Con­ter­gan-Op­fern so et­was an­tun will. »Die Em­pa­thie­lo­sig­keit und das ri­gi­de Vor­ge­hen ha­ben uns wirk­lich sprach­los ge­macht«, sagt Busch­mann. zum Ar­ti­kel

Das Jahr 2019 ist das Jahr des Pro­tests. Die schwe­di­sche Ak­ti­vis­tin Gre­ta Thun­berg mo­bi­li­siert Ju­gend­li­che in al­ler Welt, die Ein­woh­ner Hong­kongs weh­ren sich ge­gen ihre Re­gie­rung, eine deut­sche Ka­pi­tä­nin trotzt im Mit­tel­meer den Au­to­ri­tä­ten. Wel­che Grün­de, wel­che Fol­gen die­se und vie­le wei­te­re Er­eig­nis­se ha­ben, be­schrei­ben SPIEGEL-Re­dak­teu­rin­nen und -Re­dak­teu­re in der CHRO­NIK 2019. Der Bri­te Mi­cha­el Dobbs, Er­fin­der des Po­lit­thril­lers »Hou­se of Cards«, er­klärt den Brex­it-Wahn­sinn und die Kunst der In­tri­ge; SPD-Ve­te­ran Hans-Jo­chen Vo­gel ana­ly­siert die Chan­cen und Feh­ler der So­zi­al­de­mo­kra­ten. Die CHRO­NIK 2019 ist von Mitt­woch an im Han­del er­hält­lich, den Abon­nen­ten wird sie mit ei­nem et­was an­de­ren Co­ver zu­ge­stellt.