Der normale Wahnsinn

Finanzen   Seit bald einem Jahrzehnt verharren die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau, alte Gewissheiten gelten nichts mehr. Wer Schulden macht, ist clever. Die Sparer sind heute die Dummen. Wie lange kann das noch gut gehen?

Als Spa­ren noch ein­fach schien, war Si­mon Stark 15 Jah­re alt und die SPD stärks­te Par­tei im Land. Sei­ne Fe­ri­en ver­brach­te er mit dem Zäh­len von Schrau­ben, als In­ven­tur­aus­hil­fe im Ma­schi­nen­bau. Und wäh­rend sei­ne Freun­de ihr Geld für Par­tys und Ur­lau­be ver­prass­ten, leg­te es der stil­le Jun­ge aus dem mit­tel­hes­si­schen Brei­den­stein lie­ber auf ein Ju­gend­kon­to bei der ört­li­chen Bank. Ein Pro­zent Zin­sen gab es da­für, mit Zu­wachs­ga­ran­tie: Weil Stark re­gel­mä­ßig ein­zahl­te, wa­ren es im nächs­ten Jahr zwei Pro­zent, dann drei, dann vier, ir­gend­wann über zehn. Geld auf eine Bank zu brin­gen und beim Ver­meh­ren zu­zu­schau­en war ein­fach, »das konn­te ei­gent­lich je­der«. Heu­te ist Stark 29 Jah­re alt, ver­hei­ra­te­ter Va­ter und das Spa­ren eine Qual.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 46/2019.