»Exzesse in der Kunst sind eine Dienstpflicht«

SPIEGEL-Gespräch  Wenige Maler sind in den vergangenen Jahren derart in die Schlagzeilen geraten wie Oda Jaune und Jonathan Meese. Ein Treffen in Paris – es geht um Geld, Hitlergruß-Satire und darum, die Freiheit mit wehenden Fahnen zu verteidigen.

Kol­le­gen Mee­se, Jau­ne vor ei­nem Bild der Künst­le­rin: »Man klebt nicht so an­ein­an­der«

Das In­ter­es­se an sei­ner Ar­beit hat Jo­na­than Mee­se, 49, im­mer wie­der ge­schickt mit Pro­vo­ka­tio­nen an­ge­facht. Oda Jau­ne, 39, wur­de in der Öffent­lich­keit zu­erst als Frau des skan­dal­um­wit­ter­ten, 2007 ver­stor­be­nen Ma­lers Jörg Im­men­dorff wahr­ge­nom­men. Da­von hat sie sich längst eman­zi­piert. In Pa­ris sind die Wer­ke von Jau­ne und Mee­se nun erst­mals in ei­ner Dop­pel­schau in der Ga­le­rie Tem­plon zu se­hen. Bei­de gel­ten in Frank­reich als Ver­tre­ter ei­ner ty­pisch deut­schen Ma­le­rei. Die Bul­ga­rin Jau­ne, die ei­gent­lich Mi­chae­la Da­now­s­ka heißt, lebt seit mehr als zehn Jah­ren in der Stadt. Hier­her ist sie nach dem Tod ih­res Man­nes re­gel­recht ge­flüch­tet. Jo­na­than Mee­se, der kei­ne Flug­zeu­ge mag und un­gern reist, ist nur sel­ten in Pa­ris, und wenn, be­wegt er sich in ei­nem 500-Me­ter-Ra­di­us in der Stadt: Tem­plon bucht ihm dann ein Ho­tel gleich ne­ben der Ga­le­rie. Auch das Ver­nis­sa­ge-Es­sen mit ge­la­de­nen Gäs­ten aus der Pa­ri­ser Ge­sell­schaft fand kei­ne 50 Me­ter ent­fernt statt. Für die Bil­der von Jau­ne ver­langt die Ga­le­rie bis zu 60 000 Euro, für Mee­ses bis zu 75 000 Euro.

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