Per­so­na­lien

Gegen Hollywoods Kleider­zwang

• Die ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin Rose McGo­wan, 46, fühl­te sich als jun­ger Star un­wohl, wenn sie für Auf­trit­te auf dem ro­ten Tep­pich ein­ge­klei­det wur­de. »Du wirst ent­deckt we­gen dei­nes Aus­se­hens und dann in et­was an­de­res um­ge­formt«, er­zähl­te sie dem bri­ti­schen »Guar­di­an« über ihre An­fän­ge in Hol­ly­wood. McGo­wan war in Fil­men wie »Scream« und »Grind­hou­se« zu se­hen und trug dazu bei, die #Me­Too-De­bat­te ins Rol­len zu brin­gen, als sie dem Pro­du­zen­ten Har­vey Wein­stein Ver­ge­wal­ti­gung vor­warf. Schon als Teen­ager, so McGo­wan nun, habe sie mit den klas­si­schen Vor­stel­lun­gen fe­mi­ni­ner Klei­dung we­nig an­fan­gen kön­nen. Viel­mehr habe sie gern wei­te Ho­sen und Hem­den ge­tra­gen und sich am pun­ki­gen Stil des The-Cure-Sän­gers Ro­bert Smith ori­en­tiert. Da­mals hät­ten sich alle über ih­ren Stil lus­tig ge­macht, aber ihr habe es ge­fal­len, er­zählt McGo­wan. Heu­te wür­de sie ei­gent­lich am liebs­ten im Kaf­tan durch die Ge­gend lau­fen, so die Schau­spie­le­rin, die sich mitt­ler­wei­le gern mit ras­pel­kur­zen Haa­ren zeigt.

Rätselhafte Gesichter

• Die US-Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te Ra­shi­da Tlaib, 43, sorg­te bei ei­nem Be­such der Po­li­zei in De­troit für Ärger. Die Mus­li­min, die im Ja­nu­ar für die De­mo­kra­ti­sche Par­tei ins Re­prä­sen­tan­ten­haus ein­ge­zo­gen ist, for­der­te in ei­nem Ge­spräch mit dem De­troi­ter Po­li­zei­chef Ja­mes Craig, dass in der Ab­tei­lung für Ge­sichts­er­ken­nung nur noch Men­schen afro­ame­ri­ka­ni­scher Her­kunft dun­kel­häu­ti­ge Ver­däch­ti­ge iden­ti­fi­zie­ren soll­ten. Wei­ße sei­en dazu nicht in der Lage, denn in ih­ren Au­gen sä­hen alle Schwar­zen gleich aus. So­gar auf den Flu­ren des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses er­le­be sie stän­dig, dass schwar­ze Ab­ge­ord­ne­te von wei­ßen ver­wech­selt wür­den, so Tlaib. Craig, selbst Afro­ame­ri­ka­ner, nann­te die­se Aus­sa­gen »ras­sis­tisch« und »be­lei­di­gend«. Sie sei­en »ein Schlag ins Ge­sicht« der gut aus­ge­bil­de­ten Kri­mi­na­lis­ten. Tlaib ver­tei­dig­te sich ge­gen­über dem Fern­seh­sen­der CNN: Sie habe nur dar­auf hin­wei­sen wol­len, wie feh­ler­haft das Sys­tem der Ge­sichts­er­ken­nung sei.

Die vielen Facetten der Angst

• Sie war zu­nächst Bas­sis­tin ei­ner Post-Punk-Band, dann be­gann Mira Mann, 33, Ge­dich­te zu schrei­ben. An­fang die­ses Jah­res ver­öf­fent­lich­te sie 26 da­von in dem Band »Ge­dich­te der Angst« – ent­stan­den sind sie in­ner­halb von zwei Wo­chen, nach­dem bei der Münch­ner Künst­le­rin die Au­to­im­mun­krank­heit Mul­ti­ple Skle­ro­se dia­gnos­ti­ziert wor­den war. Auf die­sen Tex­ten ba­sie­ren die Songs ih­res neu­en Mini-Al­bums »Ich mag das«, das am 25. Ok­to­ber er­scheint. Sie habe ge­lernt, dass Angst ein »gro­ßes Ge­fühl« sei, sagt Mann, es habe vie­le Fa­cet­ten und drü­cke sich in Lie­bes­be­zie­hun­gen und Träu­men, wein­se­li­gen Aben­den oder end­lo­sen Te­le­fo­na­ten aus. Es sei all­ge­gen­wär­tig und manch­mal so­gar pro­duk­tiv.

Treffen mit einem widerlichen Mann

• Die ame­ri­ka­ni­sche Sän­ge­rin und Poe­tin Pat­ti Smith, 72, ver­ab­scheut den US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump schon seit Jahr­zehn­ten. Vor vie­len Jah­ren be­geg­ne­te sie dem jun­gen Ge­schäfts­mann Trump bei ei­nem gro­ßen Abend­es­sen in New York. Er buhl­te laut­stark um In­ves­to­ren für sei­nen Trump Tower, der da­mals noch nicht ge­baut war. Sie habe den Mann nicht ge­kannt, aber sie fand, er sei »die wi­der­lichs­te Per­son«, die sie je ge­trof­fen habe, sag­te Smith der »New York Times«. Sie habe ge­dacht, dass sie im Trump Tower nicht ein­mal um­sonst wür­de woh­nen wol­len. Ob­wohl sie ihre Mei­nung nicht zu­rück­hält und sich auch po­li­tisch im­mer wie­der en­ga­giert, ist Smith nicht der An­sicht, dass Künst­ler eine grö­ße­re Ver­pflich­tung ha­ben als an­de­re Men­schen, sich po­li­tisch zu po­si­tio­nie­ren und zu han­deln: »Ich fin­de, je­der Ein­zel­ne muss ak­ti­ver wer­den.« Den Ein­fluss von Kunst hält sie für be­grenzt: Ein Lied kön­ne die Leu­te viel­leicht zu­sam­men­brin­gen, aber än­dern kön­ne es nichts.

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