Haus­mit­tei­lung

Grol­le

Me­xi­ko-Stadt ist groß, quir­lig und – vor al­lem – laut. Doch hin­ter ei­nem schä­bi­gen Bau­zaun oder ei­ner ros­ti­gen Pfor­te kann sich in die­ser Me­tro­po­le un­ver­mit­telt eine fas­zi­nie­ren­de, un­ter­ge­gan­ge­ne Welt auf­tun. Ar­chäo­lo­gen führ­ten SPIEGEL-Re­dak­teur Jo­hann Grol­le in ei­nen Kel­ler­raum, wo er sich plötz­lich vor ei­nem schau­rig an­mu­ten­den Turm wie­der­fand. Im 15. Jahr­hun­dert ha­ben Az­te­ken die­sen Kult­bau er­rich­tet, ge­mau­ert aus den Schä­deln vie­ler Tau­send Men­schen­op­fer. Hun­dert Me­ter wei­ter zeig­ten die Ex­per­ten Grol­le, wo sie Dut­zen­de Op­fer­stät­ten frei­le­gen. Kunst­voll wur­den hier Fi­sche, Kro­ko­di­le und Ja­gua­re, aber auch pracht­vol­le Blü­ten und Gold-, Jade- und Ob­si­dia­n­ob­jek­te zu bi­zar­ren Still­le­ben ar­ran­giert. »Jede die­ser Kom­po­si­tio­nen kann als ein Kunst­werk be­grif­fen wer­den, in dem die Az­te­ken die Welt, wie sie sie ver­stan­den, ab­ge­bil­det ha­ben«, sagt Grol­le. An­läss­lich des 500. Jah­res­ta­ges der Be­geg­nung von Eu­ro­pä­ern und Az­te­ken be­schreibt der SPIEGEL, wie For­scher das Den­ken die­ser au­ßer­ge­wöhn­li­chen Kul­tur zu re­kon­stru­ie­ren ver­su­chen, die der spa­ni­sche Er­obe­rer Hernán Cor­tés da­mals in kür­zes­ter Zeit ver­nich­te­te. zum Ar­ti­kel

Neu­feld in Ham­burg

Die Kli­maak­ti­vis­ten von »Extinc­tion Re­bel­li­on« wur­den in­ter­na­tio­nal durch spek­ta­ku­lä­re Pro­test­ak­tio­nen be­kannt. Ab dem 7. Ok­to­ber wol­len sie welt­weit Groß­städ­te lahm­le­gen, dar­un­ter Ber­lin. SPIEGEL-Re­dak­teu­rin Dia­li­ka Neu­feld be­glei­te­te eine Grup­pe selbst er­nann­ter Re­bel­len bei ih­ren Pla­nun­gen, be­such­te Mo­bi­li­sie­rungsevents und ein Trai­ning für zi­vi­len Un­ge­hor­sam. In­zwi­schen ha­ben sich meh­re­re Tau­send Men­schen für die Ak­ti­ons­ta­ge in Ber­lin an­ge­kün­digt: Jun­ge, Alte, vie­le El­tern mit Kin­dern, Er­zie­her wie Ärzte. Wie sehr das The­ma Kli­ma­schutz in der Mit­te der Ge­sell­schaft an­ge­kom­men ist, of­fen­bar­te sich auch, als die Re­bel­len kürz­lich eine Haupt­ver­kehrs­rou­te in Ham­burg blo­ckier­ten: Die Po­li­zei for­der­te sie über Laut­spre­cher nach­drück­lich auf, die Stra­ße zu räu­men, droh­te mit dem be­reit­ste­hen­den Was­ser­wer­fer – nicht aber, ohne zu­vor gro­ßes Ver­ständ­nis für ih­ren Pro­test zu äu­ßern. »Extinc­tion Re­bel­li­on pro­fi­tiert von der Stim­mung im Land«, sagt Neu­feld, »die Ak­ti­vis­ten stö­ren die öf­fent­li­che Ord­nung, trotz­dem wer­den sie ge­mocht.« zum Ar­ti­kel

Kla­wit­ter bei Swan­lin­bar, Ir­land

Was kommt, wenn die Bri­ten ge­hen? Ein Team von SPIEGEL-Re­dak­teu­ren be­schreibt die mög­li­chen Fol­gen ei­nes un­ge­re­gel­ten Aus­tritts Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU – für ein­zel­ne Bran­chen, den Zoll, die Di­plo­ma­ten in Brüs­sel, aber auch für Men­schen wie den iri­schen Land­wirt Jude Mchugh, 66. Sein Haus ist nur we­ni­ge Hun­dert Me­ter von Nord­ir­land ent­fernt, er be­sitzt Land auf bei­den Sei­ten, sei­ne Scha­fe lau­fen hin und her. Mchugh fuhr mit SPIEGEL-Re­dak­teur Nils Kla­wit­ter auf ei­nem Quad die hü­ge­li­ge Gren­ze ent­lang, der Bau­er ist rat­los. Wer­den nach ei­nem har­ten Brex­it ki­lo­me­ter­lan­ge Zäu­ne ge­zo­gen, die sein Land tren­nen? Was wird aus sei­nen Kü­hen, die im Nor­den ste­hen, die dann kei­ne EU-Kühe mehr wä­ren und auf die er Zöl­le zah­len müss­te, wenn er sie in den Sü­den bringt? »Die Sze­na­ri­en sind gro­tesk«, sagt Kla­wit­ter, »aber nicht ganz un­rea­lis­tisch.« zum Ar­ti­kel