ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Schwe­di­sches Zweit­haus
Schweden

Våga mer demokrati

Diese Schweden: Da wurde das sympathische Volk 37 Jahre von Sozialdemokraten regiert und wies trotzdem das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt auf. Oder war das »Modell Schweden«, an dem nicht einmal der SPIEGEL viel auszusetzen hatte, vielleicht gerade wegen der sozialdemokratischen Dauerherrschaft erfolgreich?

Seit die Welt­wirt­schafts­kri­se An­fang der Drei­ßi­ger­jah­re auch Schwe­den er­fasst hat­te, ver­trau­ten die Nord­frau­en und -män­ner auf die Sve­ri­ges So­ci­al­de­mo­kra­tis­ka Ar­be­tar­par­ti (SAP) und ih­rer Vi­si­on ei­nes Wohl­fahrts­staats, ih­rem Folks­hem­met (Volks­heim). Von al­len grö­ße­ren Kon­flik­ten ver­schont, nutz­ten Schwe­dens So­zi­al­de­mo­kra­ten Frie­den und Ruhe: Nur die USA wie­sen ei­nen hö­he­ren Le­bens­stan­dard auf, zwi­schen 1952 und 1968 hat­te das schwe­di­sche Brut­to­so­zi­al­pro­dukt um über 220 Pro­zent zu­ge­legt, das der ver­meint­lich ur­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­ei­nig­ten Staa­ten nur um be­schei­de­ne 129 Pro­zent. Da­bei ar­bei­te­ten »die Schwe­den we­ni­ger als ir­gend­ein Volk in der Welt«. Wäh­rend die West­deut­schen noch durch­schnitt­lich fast 44 Wo­chen­stun­den schuf­te­ten, reich­ten den Skan­di­na­vi­ern 37,3. Ar­beits­lo­sig­keit kann­te man prak­tisch nicht. Wäh­rend sich sechs West­deut­sche ein Te­le­fon tei­len muss­ten, hat­te in Schwe­den je­der zwei­te ei­nes, der Durch­schnitts­schwe­de gönn­te sich mehr als elf Ki­lo­gramm Kaf­fee, der Bun­des­bür­ger nur 4,3. Schwe­dens Kom­mu­nis­ten for­der­ten un­ter dem Slo­gan »Zwei Häu­ser für jede Fa­mi­lie« das Wo­chen­end­häus­chen für je­den.

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