Per­so­na­lien

Eigenes Gemüse

• An­fang die­ses Mo­nats er­reich­te ihr Song »Truth Hurts« Platz eins der ame­ri­ka­ni­schen Charts. Da­bei hat­te Liz­zo, 31, Sän­ge­rin und Song­schrei­be­rin aus De­troit, schon mit dem Ge­dan­ken ge­spielt, ihre Mu­sik­kar­rie­re wie­der auf­zu­ge­ben, weil der er­hoff­te Er­folg zu­nächst aus­ge­blie­ben war: Das Lied ist be­reits 2017 ver­öf­fent­licht wor­den. Die als Me­lis­sa Vi­via­ne Jef­fer­son ge­bo­re­ne Mu­si­ke­rin, de­ren Lie­der oft von Selbst­be­wusst­sein, po­si­ti­ver Kör­per­wahr­neh­mung und dem Weg dort­hin han­deln, hat noch ganz an­de­re Träu­me, ver­riet sie jetzt der »New York Times«: ei­nen ei­ge­nen Ge­mü­se­gar­ten, aus dem sie sich be­die­nen kann. Ein ge­sun­des Ver­hält­nis zum Es­sen sei wich­tig, sag­te sie, und sie lie­be es, fri­sche Le­bens­mit­tel zu kon­su­mie­ren. Die fül­li­ge Frau tritt gern in knap­pen Büh­nen­out­fits auf und wird von ih­ren Fans auch da­für ge­fei­ert, dass sie her­kömm­li­che Schön­heits­idea­le kri­ti­siert. Di­cke Leu­te wür­den schnel­ler als dün­ne ver­däch­tigt, un­ge­sund zu le­ben, sag­te Liz­zo, aber: »Mei­ne Kör­per­form be­stimmt nicht, wie ge­sund ich bin.«

Der Post-Minister

• Mon­tag hat Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas, 53, auf Ins­ta­gram eine Pres­se­kon­fe­renz für sei­ne Fol­lo­wer ab­ge­hal­ten. Er for­der­te auf: »Schreib mir jetzt Dei­ne Fra­ge! « und ant­wor­te­te per Vi­deo­bot­schaft. Maas er­klär­te, was ihm an sei­ner Ar­beit am meis­ten Spaß ma­che (Pro­ble­me lö­sen), gab sei­ne Pro­gno­se zur SPD (bleibt wich­tig) und be­ant­wor­te­te, ob man sich vor Rech­ten fürch­ten müs­se (nein). Trotz­dem sei der neue Na­tio­na­lis­mus eine der drei größ­ten Ge­fah­ren für den Welt­frie­den, ne­ben Ter­ro­ris­mus und Kli­ma­wan­del. Die Fol­lo­wer er­fuh­ren au­ßer­dem, dass der SPD-Po­li­ti­ker Sport als Aus­gleich zu sei­nen Ter­mi­nen brau­che, sonst wür­de er sich »in Sit­zun­gen ab­re­agie­ren«. Erns­te Fra­gen, wie zum Kon­flikt mit dem Iran, be­ant­wor­te­te er ty­pisch di­plo­ma­tisch, pri­va­te Fra­gen, etwa, ob er als Au­ßen­mi­nis­ter auch mal in den Ur­laub fah­ren dür­fe, selbst­iro­nisch: »Da ich im­mer weg bin, habe ich ge­dacht, ich könn­te mal zu Hau­se Ur­laub ma­chen. Aber das fan­den bei mir zu Hau­se alle nicht so lus­tig.« In den Herbst­fe­ri­en ver­rei­se er nun doch – im Ge­gen­satz zu den meis­ten Dienst­rei­sen fah­re er aber mit der Bahn.

Heiß begehrt

• Der Ma­ler und Ins­ta­gram-Star Oli Epp, 25, stellt zum ers­ten Mal in Deutsch­land aus, in ei­ner Ber­li­ner Ga­le­rie. Der um­ju­bel­te Nach­wuchs­künst­ler gilt als An­füh­rer ei­nes neu­en Ins­ta­gram-freund­li­chen Mal­stils. In sei­nen co­mi­car­ti­gen Ge­mäl­den be­schäf­tigt sich der Lon­do­ner mit Mode, Por­nos und der YouTube-Kul­tur. Sein Durch­bruch ge­lang Epp auf der zum Face­book-Kon­zern ge­hö­ren­den Fo­to­platt­form vor zwei Jah­ren. Er ver­öf­fent­lich­te dort Fo­tos sei­ner Ab­schluss­ar­bei­ten an der Kunst­hoch­schu­le City & Guilds of Lon­don. Be­reits eine Wo­che vor Er­öff­nung sei­ner Ex­amens­aus­stel­lung hat­te Epp sämt­li­che Kunst­wer­ke on­line ver­kauft. In Deutsch­land wie­der­holt sich nun die­ser Er­folg: Schon vor der Ver­nis­sa­ge wa­ren alle Wer­ke ver­kauft. Auf der War­te­lis­te für neue Ge­mäl­de von Epp ste­hen der­zeit fast 300 Samm­ler, sagt sein Ga­le­rist. Ei­ni­ge bo­ten ihm so­gar zu­sätz­li­ches Geld an, um ein Bild zu be­kom­men. Der Ga­le­rist ver­kauft aber lie­ber an be­kann­te Samm­ler und treibt so Epps Markt­wert wei­ter nach oben. Die Be­zeich­nung »Ins­ta­gram-Künst­ler« fin­det Epp üb­ri­gens ab­wer­tend. Das klin­ge »cheesy«, also ge­schmack­los.

Frau gegen Mauer

• Be­schwingt hebt An­ge­la Mer­kel, 65, die Faust, wie beim Zu­pros­ten auf der Wiesn, nur ohne Krug. Lä­chelnd steht sie im oran­ge­far­be­nen Bla­zer hin­ter ei­ner teil­wei­se zer­stör­ten Back­stein­mau­er. Die Il­lus­tra­ti­on stammt von der bra­si­lia­ni­schen Künst­le­rin Ca­mi­la Pin­hei­ro, er­schie­nen ist sie im Buch »Wenn nicht ich, wer dann?« mit »gro­ßen Re­den gro­ßer Frau­en«. Dar­in wer­den Mi­chel­le Oba­ma, She­ryl Sand­berg, J. K. Row­ling oder eben die deut­sche Kanz­le­rin vor­ge­stellt. Kurz vor dem 20. Jah­res­tag des Mau­er­falls hielt Mer­kel eine Rede vor dem US-Kon­gress, in der sie da­von sprach, die »Mau­ern des 21. Jahr­hun­derts zu über­win­den«. Die Il­lus­tra­to­rin hat sich da­von of­fen­bar in­spi­rie­ren las­sen. Bei ih­rer Rede 2009 trug Mer­kel al­ler­dings ei­nen schwar­zen Bla­zer.

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