Haus­mit­tei­lung

Ko­elbl in Sau­di-Ara­bi­en

Der Droh­nen­an­griff auf zwei Ölan­la­gen des Staats­kon­zerns Aram­co am ver­gan­ge­nen Sams­tag war wohl der trau­ma­tischs­te An­schlag in der jün­ge­ren Ge­schich­te Sau­di-Ara­bi­ens. Er traf das Land un­vor­be­rei­tet, ein Alb­traum für den sau­di­schen Si­cher­heits­ap­pa­rat, ein Schlag ins Herz der Ölin­dus­trie, eine Bla­ma­ge für den Kron­prin­zen und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter: Mo­ham­med bin Sal­man konn­te trotz mil­li­ar­den­schwe­rer Mi­li­tär­aus­ga­ben selbst of­fen­sicht­li­che Zie­le nicht schüt­zen. Was be­deu­ten die At­ta­cken für das Land, die Re­gi­on, die Welt? Su­san­ne Ko­elbl war be­reits häu­fig im Land, nun reis­te sie wie­der nach Riad, um her­aus­zu­fin­den, wie die Macht­ha­ber auf den – mut­maß­lich ira­ni­schen – An­griff re­agie­ren wür­den. Ko­elbl sich­te­te im Of­fi­zier­sklub in Riad Be­weis­mit­tel, die Über­res­te von Flug­kör­pern; sie traf auch den neu­en Ölmi­nis­ter. »Das Kö­nig­reich ist so schwer ver­wun­det, wie man sich das bis vor we­ni­gen Ta­gen nicht hät­te vor­stel­len kön­nen«, sagt sie. In Wa­shing­ton re­cher­chier­te Kor­re­spon­dent René Pfis­ter, wie US-Prä­si­dent Do­nald Trump ei­ner­seits ver­sucht, Druck auf Iran auf­zu­bau­en. Und an­de­rer­seits ver­hin­dern will, sich in ei­nen mög­li­chen Krieg zie­hen zu las­sen, der sei­nen Wahl­kampf ge­fähr­den könn­te. SPIEGEL-Au­to­rin Chris­tia­ne Hoff­mann er­mit­tel­te, wel­che Mo­ti­ve die Ira­ner für den An­griff ge­habt ha­ben kön­nen. zum Ar­ti­kel

Be­cker, Trau­fet­ter in Ber­lin

Seit­dem der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof die deut­sche Pkw-Maut für rechts­wid­rig er­klärt hat, kämpft Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter An­dre­as Scheu­er um sein Amt. Im Ver­kehrs­aus­schuss des Bun­des­tags ver­sprach Scheu­er, ma­xi­mal mög­li­che Trans­pa­renz her­zu­stel­len – de­mons­tra­tiv leg­te er den Par­la­men­ta­ri­ern 21 Ak­ten­ord­ner vor. Die Re­dak­teu­re Sven Be­cker und Ge­rald Trau­fet­ter stell­ten je­doch fest, dass der Mi­nis­ter bri­san­te In­for­ma­tio­nen zu­rück­hält. Sie er­fuh­ren von ver­trau­li­chen E-Mails und Ge­heim­tref­fen mit den Chefs der Maut-Fir­men, die Scheu­er der Öffent­lich­keit ver­schwie­gen hat. Ge­mein­sam mit ih­rem Kol­le­gen Pe­ter Mül­ler be­gan­nen sie, die Ge­schich­te der Maut zu re­kon­stru­ie­ren. Nach wo­chen­lan­gen Re­cher­chen kön­nen sie er­klä­ren, wie aus dem eins­ti­gen CSU-Wahl­kampf­schla­ger ein hoch­ris­kan­tes Ge­schäft wur­de. Das Fa­zit: Am Ende könn­te den Steu­er­zah­ler das Po­li­tik- und Ver­wal­tungs­ver­sa­gen meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen Euro kos­ten. zum Ar­ti­kel

Das Image von Ge­heim­diens­ten chan­giert zwi­schen dem Gla­mour von Ja­mes Bond und den Skan­da­len der ame­ri­ka­ni­schen CIA. Was ha­ben haar­sträu­ben­de Thril­ler mit der Rea­li­tät zu tun? Wie ha­ben sich die Me­tho­den der Spio­ne über die Jahr­hun­der­te ver­än­dert? Ge­fähr­den Ge­heim­diens­te De­mo­kra­tie und Bür­ger­rech­te? Ant­wor­ten lie­fert die neue Aus­ga­be von SPIEGEL GE­SCHICH­TE. Das Heft mit dem Ti­tel »Ge­heim­diens­te« er­scheint am Diens­tag. Ei­nen Tag spä­ter kommt ein Son­der­heft des SPIEGEL zum 30. Jah­res­tag des Mau­er­falls in den Han­del, den Abon­nen­ten wird es zu­ge­stellt. Es geht der Fra­ge nach, wie weit Ost und West in­zwi­schen zu­sam­men­ge­wach­sen sind. Was ist von der DDR üb­rig ge­blie­ben – und hat ihr Erbe den Wes­ten ver­än­dert? Das Heft er­zählt von Schick­sa­len in ei­ner be­weg­ten Zeit und ana­ly­siert, wie die Zu­kunft des Lan­des aus­se­hen könn­te. Dar­in fin­den sich auch un­be­que­me Stim­men, etwa die des Dich­ters und Lie­der­ma­chers Wolf Bier­mann. Er sagt, man­che Ost­deut­sche wür­den über Din­ge jam­mern, über die an­de­re Völ­ker gern kla­gen wür­den.