ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Aus­ga­be 38/​1969
Kanzlerkandidat

Die Wandlung

Nach zwei Niederlagen stand Willy Brandt 1969 vor seinem größten Triumph, sechs Wochen später sollte er der erste sozialdemokratische Kanzler der Bundesrepublik sein. Glaubt man dem SPIEGEL, war sein Erfolg auch darauf zurückzuführen, dass er dieses Mal alle wahltaktischen Empfehlungen außer Acht ließ und ganz er selbst blieb.

In den Mo­na­ten nach der Wahl­nie­der­la­ge von 1965 sei­en dem SPD-Chef zwei Er­kennt­nis­se ge­kom­men, so die The­se von SPIEGEL-Re­por­ter Her­mann Schrei­ber: Zum ei­nen, dass es ihm of­fen­kun­dig nicht ge­ge­ben war, »die Zu­stim­mung ei­ner brei­ten Mehr­heit des Vol­kes zu sei­ner Per­son und zu sei­nem Le­bens­weg zu ge­win­nen«. Die Kon­se­quenz: Wil­ly Brandt woll­te nicht mehr »um je­den Preis ge­fal­len«, die Zei­ten, in de­nen er sich im Sti­le Ade­nau­ers ei­nen Hom­burg-Hut schwen­kend um die Gunst der Wäh­ler müh­te, in de­nen er sich im Schlaf­an­zug den Fo­to­gra­fen stell­te, wa­ren vor­bei. Die­sen Kon­kur­renz­kampf um Po­pu­la­ri­täts­wer­te mit dem am­tie­ren­den Kanz­ler Kie­sin­ger hat­te er auf­ge­ge­ben.

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