Per­so­na­lien

Nicht lesbisch genug?

• Die aus­tra­li­sche Schau­spie­le­rin Ruby Rose, 33, wird ab Ok­to­ber in der TV-Se­rie »Bat­wo­man« zu se­hen sein und dar­in die les­bi­sche Ti­tel­hel­din spie­len, die es mit al­ler­lei Schur­ken auf­nimmt. Ge­gen die Be­set­zung von Rose, die durch die Se­rie »Oran­ge Is the New Black« be­kannt ge­wor­den war, hat­ten Co­mic­fans in den so­zia­len Netz­wer­ken pro­tes­tiert. Be­grün­dung: Sie wir­ke nicht »les­bisch ge­nug«, um die­se Rol­le glaub­wür­dig spie­len zu kön­nen. In ei­nem In­ter­view mit der »New York Times« er­zählt Rose, die selbst les­bisch ist und sich für die Rech­te ho­mo­se­xu­el­ler Men­schen ein­setzt, wie ab­surd sie die­se De­bat­te fin­det. Das We­sen der Schau­spie­le­rei be­ste­he nun ein­mal dar­in, sich Fi­gu­ren an­zu­eig­nen, egal wie ähn­lich oder un­ähn­lich man ih­nen sei. Ihre Kol­le­gin Cate Blan­chett habe ja so­gar in ei­nem Film Bob Dy­lan ver­kör­pert. »Ich wer­de nicht am Ende mei­nes Le­bens auf mei­nem To­ten­bett lie­gen und mir wün­schen, ir­gend­wel­che Frem­den im In­ter­net hät­ten mich mehr ge­mocht«, so Rose. Nach dem Streit um »Bat­wo­man« lösch­te sie ih­ren Twit­terac­count, die Platt­form sei »de­pri­mie­rend«. Rose fin­det Twit­tern »nar­ziss­tisch« und will in Zu­kunft die Fin­ger da­von las­sen.

Gewebtes von Prinz Charles

• Der bri­ti­sche Thron­fol­ger Prinz Charles, 70, ist für sei­ne Lie­be zur Na­tur und sei­nen Ein­satz für Um­welt­schutz be­kannt. Nun hilft er so­gar mit, Öko­klei­dung her­zu­stel­len, und lie­fert aus dem ei­ge­nen Gar­ten den Roh­stoff: Brenn­nes­seln. Das Lon­do­ner Mo­de­de­si­gner­duo Vin + Omi stellt aus den eher un­ge­lieb­ten Pflan­zen Fa­sern her und webt dar­aus Stof­fe für Klei­der – ein Ver­fah­ren, das schon in der Rö­mer­zeit be­kannt war. Bei ei­nem Tref­fen mit Mo­de­schaf­fen­den im vo­ri­gen Jahr habe Charles auf ein­mal an­ge­fan­gen, von den vie­len Brenn­nes­seln auf sei­nem Land­sitz in High­gro­ve im Her­zog­tum Corn­wall zu er­zäh­len, be­rich­ten die bei­den De­si­gner. Sie ver­mu­ten, er habe da­mals ein­fach von ei­nem The­ma ab­len­ken wol­len, das ihm auf die Ner­ven ging: der un­mit­tel­bar be­vor­ste­hen­den Hoch­zeit sei­nes Soh­nes Har­ry. Das Er­geb­nis die­ses Small Talks: 3000 Brenn­nes­sel­pflan­zen wur­den von Stu­den­ten in High­gro­ve ge­ern­tet. Bei ei­ner Fa­shion-Show, die am 17. Sep­tem­ber im Lon­do­ner Sa­voy-Ho­tel statt­fin­den soll, wer­den nun erst­mals Mo­dels in Stoff aus dem roya­len Gar­ten ge­wan­det sein. An­geb­lich soll er nicht krat­zen.

Junior dreht auf

• In den Bou­le­vard­me­di­en ist er als Le­bens­ge­fähr­te von Hol­ly­wood­star Si­en­na Mil­ler seit ei­ni­ger Zeit prä­sent, nun über­nimmt Lu­cas Zwir­ner, 28, Sohn des aus Köln stam­men­den Groß­ga­le­ris­ten Da­vid Zwir­ner, nach und nach das Kunst­im­pe­ri­um sei­nes Va­ters. Am 16. Sep­tem­ber be­ginnt die zwei­te Staf­fel der von ihm mo­de­rier­ten Pod­cast-Rei­he »Dia­lo­gues: The Da­vid Zwir­ner Pod­cast«. In je­der Fol­ge bringt Zwir­ner jr. zwei Kul­tur­schaf­fen­de zu­sam­men, die sich über Krea­ti­vi­tät aus­tau­schen. Min­des­tens ei­ner der Gäs­te ist na­tür­lich ei­ner von Pa­pas Kli­en­ten. In der ers­ten Fol­ge der neu­en Staf­fel be­geg­nen sich der ame­ri­ka­ni­sche Künst­ler Jor­dan Wolfs­on und der US-Dra­ma­ti­ker Je­re­my O. Har­ris, des­sen Stück »Slave Play« jetzt am Broad­way star­tet. Mit der ers­ten Pod­cast-Staf­fel er­ziel­te Zwir­ner über 250 000 Down­loads. »Das ist mehr als die Ge­samt­zahl der Be­su­cher ei­ner un­se­rer Ga­le­rie­fi­lia­len im gan­zen Jahr«, sagt er. »Mit dem Pod­cast ha­ben wir eine grö­ße­re Reich­wei­te als mit je­der Aus­stel­lung.« Lu­cas Zwir­ner lei­tet auch den ga­le­rie­ei­ge­nen Ver­lag, in dem Ka­ta­lo­ge zu Aus­stel­lun­gen und kunst­theo­re­ti­sche Klas­si­ker er­schei­nen. Im Juni er­nann­te ihn sein Va­ter dar­über hin­aus zum »Head of Con­tent« des welt­wei­ten Zwir­ner-Kunst­han­dels und über­trug ihm die Ver­ant­wor­tung über sämt­li­che pu­bli­zis­ti­schen In­hal­te. Die Ga­le­rie Zwir­ner möch­te of­fen­bar ein Me­di­en­haus wer­den.

Gewagte Manöver

• Die ge­bür­ti­ge Hei­del­ber­ge­rin Lea Schai­rer, 30, mischt die Skate­board­sze­ne auf, die lan­ge über­wie­gend von Jungs mit Schlab­ber­ho­se und Ba­se­cap do­mi­niert wur­de. Ge­ra­de ge­wann sie in Düs­sel­dorf zum zwei­ten Mal die deut­sche Meis­ter­schaft; mit ge­wag­ten Ma­nö­vern wie dem »Nose-Whee­lie« oder dem »Sug­ar­ca­ne« über­zeug­te sie die Jury und sam­mel­te Punk­te für die Welt­rang­lis­te. Schai­rer kam über ihre Brü­der zum Skate­boar­den, steht seit ih­rer Kind­heit auf dem Brett und hat schon ei­ni­ge Bles­su­ren wie Bän­der­ris­se hin­ter sich. Nun trai­niert sie für die Olym­pi­schen Spie­le 2020 in To­kio. Dort wird Skate­boar­den erst­mals als Dis­zi­plin ver­tre­ten sein. Eine Teil­nah­me, so Schai­rer, wäre »na­tür­lich toll«, aber der Weg da­hin sei weit. Deutsch­land ist kein all­zu skate­board­freund­li­ches Land. Als Schai­rer in Mün­chen leb­te, muss­te sie fest­stel­len, dass die Roll­bret­ter vie­ler­orts ver­bo­ten wa­ren. Den­noch ver­sucht sie es seit Mai in ih­rem Sport als Pro­fi. »Reich wer­de ich da­mit nicht«, sagt sie nüch­tern. Die Preis­gel­der sind eher ma­ger. Um sich ein Lu­xuss­kate­board von Cha­nel zum Preis von 7700 Dol­lar leis­ten zu kön­nen, müss­te sie neun­mal deut­sche Meis­te­rin wer­den.

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