Per­so­na­lien

Hollywoods jüngster Star

• Be­reits als Klein­kind wur­de sie für Wer­be­kam­pa­gnen fo­to­gra­fiert. Heu­te ist die Ame­ri­ka­ne­rin Ju­lia But­ters zehn Jah­re alt und wird ge­ra­de welt­be­rühmt – durch ihre Rol­le in Quen­tin Ta­ran­ti­nos neu­em Film »Once Upon a Time in Hol­ly­wood«. But­ters ver­kör­pert ein biss­chen sich selbst, ei­nen Kin­der­star von fast be­ängs­ti­gen­der Per­fek­ti­on; ihr Film­part­ner ist Os­car­preis­trä­ger Leo­nar­do Di­Ca­prio. Pri­vi­leg der Ju­gend: Vor den Dreh­ar­bei­ten hat­te die Nach­wuchs­dar­stel­le­rin noch kei­nen ein­zi­gen Film mit Di­Ca­prio ge­se­hen, eben­so we­nig wie ein Werk von Ta­ran­ti­no, 56. »Er macht ja ein­deu­tig kei­ne Fil­me für Kin­der«, sag­te But­ters in ei­nem In­ter­view. Der Re­gis­seur habe ihr vor den Dreh­ar­bei­ten an­ge­kün­digt, er wer­de sie »nicht wie ein Kind be­han­deln, son­dern wie eine Schau­spie­le­rin«, das habe ihr ge­fal­len. Tat­säch­lich ließ Ta­ran­ti­no eine Sze­ne, in der But­ters von Di­Ca­prio zu Bo­den ge­sto­ßen wird, etwa 25-mal wie­der­ho­len. Un­ter ih­rem Kos­tüm trug die Schau­spie­le­rin da­bei Hüft- und Ell­bo­gen­scho­ner, die Schutz­aus­rüs­tung von Eis­kunst­läu­fe­rin­nen; eine Stunt­ko­or­di­na­to­rin zeig­te ihr, wie man fällt, ohne sich zu ver­let­zen. Das bru­ta­le Fi­na­le des Films hat But­ters üb­ri­gens noch nicht ge­se­hen. In Deutsch­land ist »Once Upon a Time in Hol­ly­wood« ab 16 Jah­ren frei­ge­ge­ben.

Mann mit Hornhaut

• Ist das noch Rock 'n' Roll? Da­vid Cros­by, 78, Mit­be­grün­der der ein­fluss­rei­chen Bands The Byrds (1964) und Cros­by, Stills & Nash (1968), be­tä­tigt sich als eine Art Kum­mer­kas­te­n­on­kel für das Mu­sik­ma­ga­zin »Rol­ling Sto­ne«. In der ame­ri­ka­ni­schen On­line­aus­ga­be wird Cros­by als »Rat­ge­ber-Ko­lum­nist« an­ge­prie­sen, der Fra­gen nach ei­nem Le­ben mit Dia­be­tes und an­de­re »har­te The­men« mit »Witz, Weis­heit und Of­fen­heit« be­hand­le. Un­ter der E-Mail-Adres­se ask­croz@rol­lings­to­ne.com ist der Held der Rock­ge­schich­te er­reich­bar. Rat such­te bis­her un­ter an­de­rem eine Frau na­mens Pat­ti, 63 Jah­re alt und Groß­mut­ter, die sich als »sehr be­sorgt über die Zu­kunft« in den USA be­zeich­net, an­ge­sichts der ak­tu­el­len Re­gie­rung: »Wie kann ich hoff­nungs­voll blei­ben?« Cros­by ant­wor­te­te: »Nimm alle 15 Mi­nu­ten eine Hand­voll Schlaf­ta­blet­ten.« Nur ein­zel­ne be­son­de­re Men­schen wür­den ihn manch­mal op­ti­mis­ti­scher stim­men. Debbie, 64, frag­te: Wie lernt man am bes­ten Gi­tar­re spie­len? Cros­by: »Als Ers­tes brauchst du Horn­haut, weil es weh­tut.« Im Grun­de sei es zwar un­mög­lich, wirk­lich gut Gi­tar­re spie­len zu ler­nen, aber 64 sei nicht zu alt, um et­was Neu­es zu ver­su­chen: »Wir sind nicht tot, wir se­hen nur gru­se­lig aus.«

Staub zu Staub

• Der spa­ni­sche Schrift­stel­ler Ja­vier Marías, 67, alle Jah­re wie­der als Kan­di­dat für den Li­te­ra­tur­no­bel­preis ge­han­delt, in­ter­es­siert sich nicht im Ge­rings­ten für den Ver­bleib der sterb­li­chen Über­res­te von Ge­ne­ral Fran­cis­co Fran­co: »Ob sie zer­stört oder weg­ge­schmis­sen wer­den oder blei­ben, wo sie sind«, sei ihm völ­lig gleich­gül­tig, ant­wor­te­te Marías auf eine An­fra­ge des »New York Times Ma­ga­zi­ne«. Der Au­tor Gi­les Har­vey woll­te mit ihm ge­mein­sam der für Juni ge­plan­ten Ex­hu­mie­rung des Dik­ta­tors bei­woh­nen. Die spa­ni­sche Re­gie­rung hat­te die Ver­le­gung des Gra­bes be­schlos­sen, um das gi­gan­ti­sche Mau­so­le­um als Wall­fahrts­ort für spa­ni­sche und in­ter­na­tio­na­le Fa­schis­ten un­at­trak­tiv zu ma­chen. Die Er­ben Fran­cos ha­ben die Maß­nah­me per Ge­richts­be­schluss bis auf Wei­te­res ver­hin­dert. Marías, des­sen Fa­mi­lie un­ter Fran­co Re­pres­sa­li­en aus­ge­lie­fert war, sag­te, er sei sein gan­zes Le­ben noch nicht dort ge­we­sen und wol­le das auch nicht mehr än­dern. Er be­schäf­tigt sich in sei­nem Werk, auch als Ko­lum­nist, schon lan­ge mit den so­zia­len Fol­gen der man­gel­haf­ten Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung in sei­ner Hei­mat. Im­mer wie­der weist er dar­auf hin, dass die Mehr­heit der Spa­ni­er Fran­co sei­ner­zeit un­ter­stützt, ja, ver­ehrt habe. Erst 2007 er­ließ die spa­ni­sche Re­gie­rung ein Ge­setz zur Ver­ur­tei­lung des Fran­co-Re­gimes und zur An­er­ken­nung der Op­fer.

Zukunfts­musik

• Die ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin Kris­ten Ste­wart, 29, plant ihr De­büt als Spiel­film­re­gis­seu­rin für nächs­tes Jahr. Sie hat die Rech­te an der Bio­gra­fie von Li­dia Yukna­vitch er­wor­ben, ei­ner ehe­ma­li­gen Leis­tungs­schwim­me­rin, de­ren Kind­heit durch Miss­brauch ge­prägt war und die ihre Hoff­nung auf eine Olym­pia­teil­nah­me we­gen Dro­gen­pro­ble­men be­gra­ben muss­te. Yukna­vitch, Jahr­gang 1963, ar­bei­tet heu­te er­folg­reich als Au­to­rin. Ste­wart hat be­reits ein Ex­posé für das Dreh­buch ge­schrie­ben, das Yukna­vitch zu Trä­nen ge­rührt ha­ben soll. Das Ma­ga­zin »Va­ni­ty Fair« be­schreibt, wie er­leich­tert Ste­wart über die­se Re­ak­ti­on war. Nicht nur weil ihr der Stoff so am Her­zen liegt, son­dern of­fen­bar auch weil sie sich für die Zu­kunft ein neu­es Be­tä­ti­gungs­feld er­schließt. Denn die Schau­spie­le­rin, die schon als Kind vor der Ka­me­ra stand und seit 20 Jah­ren in der Film­bran­che ar­bei­tet, hat ein Pro­blem: »Je äl­ter ich wer­de, des­to schwe­rer fällt mir die Schau­spie­le­rei«, sag­te die fast 30-Jäh­ri­ge der »Va­ni­ty Fair«. Wer die Haupt­rol­le in ih­rem Film spie­len soll, ist noch nicht be­kannt.

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