Haus­mit­tei­lung

Hutt

Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren welt­weit 28,5 Mil­lio­nen Ur­lau­ber auf Kreuz­fahrt, die Zahl der Deut­schen an Bord hat sich seit 2009 ver­dop­pelt – der Markt boomt. Doch der Traum­ur­laub of­fen­bart in­zwi­schen im­mer mehr auch sei­ne Schat­ten­sei­ten: Die schwim­men­den Ho­tels sind ein ech­ter Kli­ma­kil­ler, sie ver­bren­nen pro Stun­de fünf Ton­nen Treib­stoff, zu­meist Schwer­öl. Und die Pas­sa­gie­re über­rol­len mitt­ler­wei­le selbst ab­ge­le­gens­te Küs­ten­dör­fer. Re­dak­teur Fe­lix Hutt ist auf der »Mein Schiff 6« von Tri­est nach Mal­ta ge­reist, hat mit An­ge­stell­ten und Gäs­ten ge­spro­chen. Eine Wo­che in der Au­ßen­ka­bi­ne 3043 auf Deck 3, steu­er­bord und ohne Bal­kon, kos­te­te 1881 Euro. Hutt fuhr in­ko­gni­to mit, weil Kreuz­fahrt­ge­sell­schaf­ten Jour­na­lis­ten, die das Wachs­tum die­ser In­dus­trie hin­ter­fra­gen und Miss­stän­de re­cher­chie­ren, »schät­zen wie ein ge­ken­ter­tes Schiff«, wie er sagt. Selbst­kri­tisch sei hier ein­ge­räumt, dass der Spiegel-Ver­lag, wie an­de­re Me­di­en­häu­ser auch, Le­ser­rei­sen auf Kreuz­fahrt­schif­fen an­bie­tet. Beim Spiegel agie­ren Ver­lag und Re­dak­ti­on un­ab­hän­gig von­ein­an­der. Wir wer­den die Ti­tel­ge­schich­te trotz­dem zum An­lass neh­men, die­se Ko­ope­ra­tio­nen neu zu über­den­ken. zum Ar­ti­kel

Clauß mit Trau­ern­dem in El Paso

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag er­schoss der Ame­ri­ka­ner Pa­trick Wood Crusi­us in El Paso 22 Men­schen. Er woll­te nicht nur mor­den, son­dern ein po­li­ti­sches State­ment set­zen ge­gen eine »Ver­mi­schung von Ras­sen«. Der Schüt­ze ist auch ein Kind der Ära Trump: Der US-Prä­si­dent hat mit sei­ner Mo­bil­ma­chung ge­gen Mi­gran­ten ein Kli­ma des Zorns ge­schaf­fen. Re­dak­teu­rin Anna Clauß sprach in El Paso mit An­ge­hö­ri­gen von Op­fern, und Mit­ar­bei­ter Juan Mo­re­no war in der Nähe von Dal­las un­ter­wegs, wo Crusi­us wohn­te. Ein An­woh­ner sag­te ihm, die Häu­ser in der Ge­gend kos­te­ten bis zu eine Mil­li­on Dol­lar, nie­mand, der hier lebe, müs­se Sor­ge ha­ben, dass ihm ein La­ti­no den Job weg­neh­me. le­sen Sie hier

Seit fast zwei Jahr­zehn­ten be­schäf­tigt sich die Re­dak­teu­rin Ul­ri­ke Knöfel mit dem heik­len Erbe von re­gime­kon­for­men Skulp­tu­ren, Bil­dern und Zeich­nun­gen, die wäh­rend der Na­zi­herr­schaft ent­stan­den sind. Nun sah sie sich in zwei Hal­len in Ber­lin-Span­dau um, in de­nen sich Hun­der­te Ge­mäl­de aus der NS-Zeit be­fin­den: ab­ge­stellt, um ver­ges­sen zu wer­den. »Of­fen­bar glau­ben vie­le Ex­per­ten und Po­li­ti­ker, von den Bil­dern gehe eine be­son­de­re Ge­fahr aus«, sagt Knöfel, eine ech­te Auf­ar­bei­tung habe da­her nie statt­ge­fun­den. 586 wei­te­re Wer­ke deut­scher Na­zikunst la­gern in den USA, auf ei­ner Mi­li­tär­ba­sis. Auf die Bit­te Knöfels, die Ba­sis be­sich­ti­gen zu dür­fen, kam die Rück­fra­ge der U. S. Army, ob sie vor­ha­be, Auf­nah­men der Samm­lung zu ma­chen – als sie be­jah­te, woll­ten die Ame­ri­ka­ner von dem Be­such nichts mehr wis­sen. mehr dazu

Beim Es­sen geht es in­zwi­schen im­mer mehr dar­um, ob ge­sund ist, was auf den Tel­ler kommt. Da­bei zeigt die For­schung, wie wich­tig es für das Wohl­be­fin­den des Men­schen ist, Mahl­zei­ten auch zu ge­nie­ßen. Die neue Aus­ga­be von SPIEGEL WIS­SEN mit dem Ti­tel »Iss dich glück­lich« wid­met sich da­her der Wie­der­ent­de­ckung des Ge­nus­ses und lässt da­bei Mi­kro­biom­for­scher, Psy­cho­lo­gen und Ster­ne­kö­che zu Wort kom­men, die un­ter an­de­rem er­klä­ren, wie­so gu­tes Es­sen die See­le be­rührt. Das Heft er­scheint am Diens­tag.