Die hohe Kunst der Tau­ro­ma­chie, die Fei­er des Le­bens und des To­des, das öf­fent­lich und in Wür­de dar­ge­brach­te Ri­tu­al des Kräf­te­mes­sens zwi­schen mensch­li­cher Kunst und Na­tur­ge­walt, ist für uns Deut­sche meist nur Tier­quä­le­rei, un­wür­dig ei­ner Ge­sell­schaft, die bei Ster­ben an Bie­nen denkt und bei Beef an den Grill­abend vo­ri­gen Sonn­tag. Wie auch im­mer: Es geht berg­ab mit den Stier­kampf-Fes­ti­vi­tä­ten in Spa­ni­en. In der »Esta­dísti­ca de As­un­tos Tau­ri­nos« des Kul­tur- und Sport­mi­nis­te­ri­ums sinkt die Zahl der tau­ro­ma­chis­ti­schen Events von Jahr zu Jahr, der­zeit ist sie auf dem Tiefst­stand von 1521 an­ge­kom­men. Seit 2007 ist das ein Rück­gang um mehr als die Hälf­te. Eine gute Nach­richt für die Tier­schüt­zer, für die Stier­züch­ter nicht un­be­dingt. Denn wer wird in Zu­kunft etwa noch die »Vic­to­ri­nos« züch­ten, Kampf­s­tie­re, bis zu 700 Ki­lo­gramm schnau­ben­de Kraft, be­nannt nach dem »He­xer von Ga­la­pa­gar«, dem Züch­ter Vic­to­ri­no Mar­tín, auch er längst in Wür­de ver­stor­ben? In­zwi­schen lehnt die über­wie­gen­de Zahl der jun­gen Spa­ni­er die Cor­ri­das ab. Selbst Kö­nig Fe­li­pe VI. steht schon im Ruf, an­ders als sein Va­ter Juan Car­los kein Freund des Stier­kampfs zu sein. Dazu bei­ge­tra­gen hat nicht zu­letzt die Tra­di­ti­on, den Ma­ta­dor mit­un­ter mit den ab­ge­schnit­te­nen Oh­ren des Stie­res zu eh­ren. In Ka­ta­lo­ni­en hat es 2008 eine er­folg­rei­che Volks­ab­stim­mung für ein Ver­bot der Cor­ri­da ge­ge­ben. Das Ge­setz wur­de 2016 vom Ver­fas­sungs­ge­richt in Ma­drid für un­gül­tig er­klärt. Die Un­ab­hän­gig­keits­be­für­wor­ter in Ka­ta­lo­ni­en se­hen in die­ser Ent­schei­dung ein Sym­bol für die Kluft zwi­schen Ma­drid und Bar­ce­lo­na.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2019.