Es gibt Tei­le am mensch­li­chen Kör­per, die eher ver­se­hent­lich noch vor­han­den sind. Das Steiß­bein, Rest ei­nes Schwan­zes, ist da, um zu schmer­zen, wenn man dar­auf fällt. Weis­heits­zäh­ne sind für In­fek­tio­nen da. Auch beim Wurm­fort­satz dach­te man lan­ge: Den braucht kein Mensch. Wes­we­gen man ihn ent­fern­te, wenn er sich ent­zün­det hat­te – und oft auch, wenn das gar nicht si­cher war. Rund 156 000 Ope­ra­tio­nen zähl­te man um die Jahr­tau­send­wen­de. Ers­tes Pro­blem: Wenn von »Blind­darm­ent­zün­dung« ge­spro­chen wird, stimmt das so gut wie nie. Der Laie meint näm­lich in Wahr­heit die Ap­pen­dix ver­mi­for­mis, den Wurm­fort­satz, wenn er Blind­darm sagt. Der Me­di­zi­ner aber ver­steht dar­un­ter ein Stück Dick­darm, an dem die Ap­pen­dix hängt. Zwei­tes Pro­blem: Wurm­fort­sät­ze wur­den oft ohne Ent­zün­dung be­sei­tigt, auch mal vor­sorg­lich, wenn man eh ge­ra­de im Bauch des Pa­ti­en­ten un­ter­wegs war. Ap­pen­dix-OPs zäh­len zwar nicht zu den ris­kan­tes­ten, trotz­dem ist es für den Kör­per im­mer ein Vor­teil, wenn ihm eine Ope­ra­ti­on er­spart wer­den kann. In­so­fern ist es eine gute Nach­richt, dass die Zahl die­ser Ein­grif­fe im Ver­gleich zum Jahr 2000 um mehr als ein Drit­tel ge­sun­ken ist. Eine gute Nach­richt auch des­we­gen, weil Me­di­zi­ner heu­te wis­sen, dass die­ses mit lym­pha­ti­schem Ge­we­be ge­füll­te Stück Mensch doch eine Funk­ti­on hat: für das Im­mun­sys­tem.

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