Per­so­na­lien

Doppelsieg

• Die fran­zö­sisch-ma­rok­ka­ni­sche Au­to­rin Leï­la Sli­ma­ni, 37, kann die Cham­pa­gner­kor­ken knal­len las­sen: Ihr Ro­man »Dann schlaf auch du« über eine kinds­mor­den­de Nan­ny, der auch in Deutsch­land ein Best­sel­ler war, wird nicht nur ge­ra­de in Frank­reich ver­filmt, son­dern dem­nächst auch in den USA. Die Nach­richt passt zu der be­ein­dru­cken­den Er­folgs­ge­schich­te Sli­ma­nis. Mit nur 35 Jah­ren er­hielt sie für ihre schrift­stel­le­ri­sche Leis­tung den re­nom­mier­ten Prix Gon­court. Frau­en­ma­ga­zi­ne be­geis­tern sich für ih­ren »Pa­ri­ser Schick«, in­ter­na­tio­na­le Me­di­en rei­ßen sich um In­ter­views. Sie ma­che sich nicht zu vie­le Ge­dan­ken dar­über, dass sie als Star be­trach­tet wer­de, sagt Sli­ma­ni. Sie be­rüh­re in ih­rer Li­te­ra­tur nun ein­mal The­men, die dem Zeit­geist ent­spre­chen, dar­un­ter auch Ta­bus wie etwa die Se­xua­li­tät von Frau­en in Ma­rok­ko. Sli­ma­ni steht zu ih­rer Rol­le als Fe­mi­nis­tin. Sie will aber nicht als Sym­bol ge­se­hen wer­den: »Sym­bo­le sind wie Sta­tu­en, die sich nicht be­we­gen. Und für eine Sta­tue füh­le ich mich zu le­ben­dig.«

Jung im Alter

• Hol­ly­wood­star, Ae­ro­bickö­ni­gin und Po­li­tak­ti­vis­tin Jane Fon­da, 81, fühlt sich heu­te jün­ger als vor 60 Jah­ren. Das sag­te sie der »Vogue« in ei­nem In­ter­view an­läss­lich des Ju­bi­lä­ums ih­res ers­ten Co­vers für das Gla­mour­ma­ga­zin, das im Juli 1959 er­schie­nen war. Fon­da, die als Sex­sym­bol (»Bar­ba­rel­la«) und mit ih­rem Pro­test ge­gen den Viet­nam­krieg in den Sieb­zi­ger­jah­ren Schlag­zei­len mach­te, be­grün­det ihre er­staun­li­che Selbst­ein­schät­zung mit ih­rem da­ma­li­gen See­len­zu­stand. Ih­rem Ge­sicht habe man es nicht an­ge­se­hen, aber sie sei in­ner­lich eine »alte Per­son« ge­we­sen. Sie sei sehr, sehr un­glück­lich ge­we­sen, habe nicht ge­wusst, wozu sie auf der Welt sei, we­der Träu­me noch Zie­le ge­habt und kei­ne Zu­kunft ge­se­hen. Ihre de­pres­siv an­mu­ten­de Grund­stim­mung als jun­ge Frau führt sie auf ein trau­ma­ti­sches Kind­heits­er­leb­nis zu­rück: Ihre Mut­ter nahm sich das Le­ben, als Jane Fon­da zwölf Jah­re alt war. Die Be­geg­nung mit ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten, die ihr vom Viet­nam­krieg er­zähl­ten, habe ihr Le­ben ver­än­dert, sag­te Fon­da der »Vogue«. Ihr sei klar ge­wor­den, dass sie et­was un­ter­neh­men müs­se, und ihr po­li­ti­scher Ak­ti­vis­mus habe ihr ge­hol­fen, so et­was wie ein Selbst zu ent­wi­ckeln. Ohne ihr En­ga­ge­ment, so glaubt sie, wäre sie nie so alt ge­wor­den.

Freunde von gestern

• Der te­xa­ni­sche Se­na­tor Ted Cruz, 48, glaubt, Op­fer der Par­tei­lich­keit des TV-Sen­ders Fox News ge­wor­den zu sein. Die Vor­wah­len der Re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei um die Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur 2016 habe er vor al­lem des­halb nicht ge­won­nen, weil sein Kon­tra­hent Do­nald Trump scham­los un­ter­stützt wor­den sei: »Ich konn­te nicht ah­nen, dass Trump von den Me­di­en Bild­schirm­zeit im Wert von drei Mil­li­ar­den Dol­lar ge­schenkt be­kom­men wür­de«, wird der Po­li­ti­ker in dem ge­ra­de er­schie­ne­nen Buch »Ame­ri­can Car­na­ge« zi­tiert. Cruz, der bei den Vor­wah­len in ei­ni­gen Staa­ten vor Trump ge­le­gen hat­te und von die­sem als »Lü­gen-Ted« be­schimpft wor­den war, muss­te sich dem Im­mo­bi­li­en­ty­coon im Mai 2016 ge­schla­gen ge­ben. Ge­gen­über Freun­den soll er Trump mit Mus­so­li­ni ver­gli­chen ha­ben. Das Ver­hält­nis zwi­schen dem Prä­si­den­ten und sei­nem frü­he­ren Lieb­lings­sen­der scheint deut­lich ab­ge­kühlt. Auf Twit­ter be­schwer­te sich Trump un­längst: Die Wo­chen­end­mo­de­ra­to­ren von Fox News sei­en schlim­mer als die vom »Fake-News-Sen­der« CCN.

Lieber denken als tanzen

• Bis­her war sie als Song­schrei­be­rin für Künst­ler wie Brit­ney Spears, Shawn Men­des oder Se­le­na Go­mez er­folg­reich, jetzt ist die US-Ame­ri­ka­ne­rin Ju­lia Mi­cha­els, 25, end­gül­tig auf dem Weg zur So­lo­künst­le­rin. Mit »In­ner Mo­no­lo­gue Part 2« ver­öf­fent­licht Mi­cha­els wie­der mal ein ei­ge­nes Mini-al­bum. Die Tex­te han­deln von Ver­letz­lich­keit und Ängs­ten, die ih­ren All­tag prä­gen. Ihre Mu­sik hebt sich von an­de­ren Pop­songs ab, weil sie die Men­schen eher zum Nach­den­ken als zum Tan­zen brin­gen will. In ei­nem In­ter­view mit »En­ter­tain­ment Weekly« be­schreibt sie ihr neu­es Al­bum: »Es ist ein Mix aus Lie­be und Herz­schmerz, es geht um mein Selbst­bild und um psy­chi­sche Ge­sund­heit und all die Din­ge, die ich täg­lich den­ke und füh­le.«

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