Elke Schmit­ter Bes­ser weiß ich es nicht

Teurer Schweiß

Frü­her war ja schon des­halb al­les bes­ser, weil man da nicht im­mer »frü­her« sa­gen muss­te. (Die­se Be­ob­ach­tung schrei­be ich seit je Pe­ter Hand­ke zu, kann sie aber nicht ve­ri­fi­zie­ren. Viel­leicht ist es sei­ne bär­bei­ßi­ge An­dacht im Um­gang mit der Ver­gan­gen­heit, die mich dar­an fest­hal­ten lässt – und na­tür­lich, dass ich das frü­her schon dach­te.) Manch­mal geht es aber nicht an­ders. Wenn ich zum Bei­spiel in das Fit­ness­cen­ter gehe (was man frü­her ja auch nicht mach­te), dann sehe ich lau­ter ver­zwei­fel­te, kie­fer­ver­sperr­te Ein­zel­men­schen, die sich an Ge­rä­ten quä­len, und ich den­ke dar­an zu­rück, dass es frü­her so et­was wie Turn­ver­ei­ne gab, die es heu­te noch gibt, die aber ganz aus der Mode ge­kom­men sind. Jür­gen Ha­ber­mas, ge­ra­de 90 ge­wor­den, nann­te so ei­nen Pro­zess die Ko­lo­nia­li­sie­rung der Le­bens­welt durch die Öko­no­mie. Auch der Schweiß ist eine Ware ge­wor­den. Er hat sich cool und teu­er ge­macht.

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