Das »Herz der Fins­ter­nis« ver­or­te­te der bri­ti­sche Schrift­stel­ler Jo­seph Con­rad wie selbst­ver­ständ­lich süd­lich der Sa­ha­ra, wo al­les rät­sel­haft ist, un­heim­lich und – vor al­lem – ziem­lich wild. Ganz hat sich das Kli­schee vom dunk­len Kon­ti­nent noch nicht aus der Afri­ka-Be­richt­er­stat­tung ver­zo­gen. Da­bei ist der Kon­ti­nent ge­nau­so we­nig auf ei­nen Be­griff zu brin­gen wie Eu­ro­pa. In Ru­an­da gilt schon seit mehr als zehn Jah­ren ein Ver­bot von Plas­tik­tü­ten, das Land ist der EU weit vor­aus. Ke­nia hat seit 2017 in dem Be­reich das wohl strengs­te Ge­setz welt­weit. In Ni­ge­ria wer­den mehr Fil­me pro­du­ziert als in Hol­ly­wood. Bots­wa­na ist von ei­nem der ärms­ten Län­der der Welt zu ei­nem pro­spe­rie­ren­den Staat ge­wor­den. Den Na­men ei­nes 2015 dort ge­fun­de­nen Roh­dia­man­ten, »Le­se­di La Rona« (»Un­ser Licht«), be­zeich­ne­te Frank-Wal­ter Stein­mei­er als tref­fend. Die Auf­klä­rung hat je­den­falls lan­ge schon ein­ge­setzt im süd­li­chen Afri­ka. Nach An­ga­ben der Welt­bank hat sich der Zu­gang zu Elek­tri­zi­tät im Afri­ka süd­lich der Sa­ha­ra, in Pro­zent der Be­völ­ke­rung, seit 2000 knapp ver­dop­pelt. Noch im­mer über­wie­gen fos­si­le Brenn­stof­fe bei der Strom­er­zeu­gung. Noch im­mer stel­len Was­ser­kraft­wer­ke den größ­ten er­neu­er­ba­ren Strom­an­teil. Aber Erd­wär­me-, Wind- und So­lar­tech­no­lo­gi­en ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aus­ge­brei­tet: Seit 2005 ist die­ser Wert von zwei auf elf Mil­li­ar­den Ki­lo­watt­stun­den an­ge­stie­gen. Und dazu tra­gen auch Län­der wie Eri­trea, Ni­ger und Togo bei. »Ich fühl­te plötz­lich, wie groß, wie un­heim­lich groß das Ding war«, das Ding »Afri­ka«. Eben­falls Con­rad.

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