Haus­mit­tei­lung

Schind­ler, »Mad«-Co­ver

Als sich Jörg Schind­ler, Groß­bri­tan­ni­en­kor­re­spon­dent, erst­mals in­ten­si­ver mit Bo­ris John­son be­fass­te, stand ihm die­ser in Un­ter­ho­sen ge­gen­über. Es war auf dem Frin­ge-Fes­ti­val in Edin­burgh, 2017, wo sich die Be­su­cher des »Brex­it-Mu­si­cals« köst­lich über die­se Witz­fi­gur der bri­ti­schen Po­li­tik amü­sier­ten, die ihre bes­te Zeit hin­ter sich zu ha­ben schien. John­son, da­mals im­mer­hin Au­ßen­mi­nis­ter, taug­te noch als mensch­li­cher Wa­ckel­d­ackel und Spiel­zeug­pup­pe für Hun­de. Sei­ne Tory-Kol­le­gen im Par­la­ment roll­ten mit den Au­gen, wenn Schind­ler sie auf John­son an­sprach, und ant­wor­te­ten auf die Fra­ge, wer nach The­re­sa May Pre­mier­mi­nis­ter wer­den wür­de: »An­yo­ne but Bo­ris.« Nächs­te Wo­che nun wird eben­je­ner Bo­ris sehr wahr­schein­lich in 10 Dow­ning Street ein­zie­hen. »Die Kon­ser­va­ti­ven sind über den Brex­it so ver­zwei­felt, dass sie ei­nen Har­le­kin zum Hei­land ver­klä­ren«, sagt Schind­ler. Für das SPIEGEL-Co­ver wur­de ein Por­trät von John­son ver­frem­det, an­ge­lehnt an Al­fred E. Neu­mann, die Ti­tel­fi­gur der Sa­ti­re­zeit­schrift »Mad«. zum Ar­ti­kel

Ab­dull S., El­ger

Der ma­rok­ka­ni­sche Flücht­ling Ab­dull S., 21, und die SPIEGEL-Re­dak­teu­rin Kat­rin El­ger ken­nen sich seit ei­nem Ge­richts­ter­min in Trier vor zwei Jah­ren. S. muss­te sich dort we­gen ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Raub ver­ant­wor­ten. Über Face­book hielt er den SPIEGEL auf dem Lau­fen­den, wie sein Le­ben seit­dem wei­ter­ging. Nach­dem S. in die­sem Früh­jahr zum zwei­ten Mal ab­ge­scho­ben wor­den war, be­such­ten El­ger und der Fo­to­graf Ju­li­an Busch ihn im ma­rok­ka­ni­schen Küs­ten­ort Fnideq, von wo aus er sei­ne nächs­te il­le­ga­le Ein­rei­se nach Eu­ro­pa plant. Vor Ort, bei ei­nem Miet­wa­gen­händ­ler, soll­te El­ger ih­ren Rei­se­pass als Pfand hin­ter­le­gen, was sie für kei­ne gute Idee hielt. Doch Ab­dull S. grins­te nur und sag­te: »Frau El­ger, du musst dir echt kei­ne Sor­gen ma­chen. Ich rei­se im­mer ohne Pa­pie­re.« zum Ar­ti­kel

Jahr­zehn­te­lang galt Hong­kong un­ter Chi­nas Städ­ten als Vor­bild an Wirt­schafts­kraft und Le­bens­qua­li­tät. Nun will Pe­king das Perl­fluss­del­ta, den größ­ten Bal­lungs­raum der Welt, zu ei­ner mo­der­nen Me­ga­ci­ty zu­sam­men­fas­sen, die es mit Chi­ca­go, der Bay Area um San Fran­cis­co und To­kio auf­neh­men soll. Hong­kong fällt in die­sem Plan nur noch die Rol­le ei­nes wich­ti­gen Fi­nanz­plat­zes zu. Chi­na­kor­re­spon­dent Bern­hard Zand reis­te durch das Del­ta und sprach mit Be­für­wor­tern die­ses Vor­ha­bens und Geg­nern wie dem Hong­kon­ger Stu­den­ten­füh­rer Jos­hua Wong, 22. Für ihn zielt Pe­kings Plan dar­auf ab, sei­nen Ein­fluss auf die 1997 an Chi­na zu­rück­ge­ge­be­ne ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Kron­ko­lo­nie zu ver­grö­ßern. »Wenn Pe­king die Men­schen in Hong­kong über­geht, steht das Pro­jekt als Gan­zes auf dem Spiel«, sagt Zand. zum Ar­ti­kel

Welt­weit de­mons­trie­ren Kin­der und Ju­gend­li­che für mehr Kli­ma­schutz. Auch vie­le For­scher for­dern, dass die Po­li­ti­ker end­lich han­deln. War­um das trotz­dem so lan­ge dau­ert, steht in der Ti­tel­ge­schich­te von »DEIN SPIEGEL«, dem Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der. Und wie Fa­mi­li­en we­ni­ger kli­ma­schäd­lich le­ben, ver­rei­sen und ein­kau­fen kön­nen. Au­ßer­dem im Heft: eine Re­por­ta­ge aus ei­ner Trick­film­fa­brik in Ka­li­for­ni­en, in der »Toy Sto­ry 4« ent­stan­den ist. Das Heft er­scheint am Diens­tag.