ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Aus­ga­be 3/​1969
Wehrdienst

Verweigerung

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. 1968 konnte man eine Ahnung davon bekommen, wie das aussehen könnte: Mitten im Kalten Krieg hatte sich innerhalb eines Jahres die Zahl der jungen Westdeutschen, die den Dienst an der Waffe verweigerten, mehr als verdoppelt.

Wehr­dienst­ver­wei­ge­rer, das wa­ren bis da­hin ge­sell­schaft­li­che Au­ßen­sei­ter. Bis 1967 hat­ten im Jah­res­durch­schnitt 3400 jun­ge Män­ner den Dienst boy­kot­tiert, ein Jahr spä­ter wa­ren es fast 12 000. In­ner­halb ei­nes Jah­res hat­ten mehr Men­schen das Recht auf Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rung be­an­sprucht als seit Be­ste­hen der Bun­des­wehr 1955 ins­ge­samt. Mit über fünf Pro­zent der Wehr­pflich­ti­gen hat­te die Bun­des­wehr von al­len Ar­me­en des Wes­tens »die höchs­te Quo­te an Wehr­dienst­ver­wei­ge­rern« – von de­nen des Os­tens gar nicht zu re­den.

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