Briefe

Schmalspur-Workaholics

Nr. 2/2019  Arbeiten Sie doch, wo Sie wollen! Das neue Berufsleben – zwischen Freiheit und Selbstausbeutung

»Der in schwin­deln­der Höhe am PC ar­bei­ten­de Ski­fah­rer wird vom in­ter­net­si­che­ren Aus­land aus ak­tiv sein – in Deutsch­land wäre das so kaum mög­lich.«

Das wär's doch!

Nr. 1/2019  Ein SPIEGEL-Reporter verbreitete Lügen über eine US-Kleinstadt – nun hat sich ein anderer auf Spurensuche gemacht

Sie stel­len – mit Recht – den Na­men Re­lo­ti­us an den Pran­ger. Nen­nen Sie aber nun bit­te auch jene Ham­bur­ger Mit­re­dak­teu­re (und tren­nen Sie sich ge­fäl­ligst auch von ih­nen), die von Re­lo­ti­us nicht ge­nug be­kom­men konn­ten und so den Skan­dal mit ein­ge­brockt ha­ben. Die Er­neue­rung des SPIEGEL muss von in­nen kom­men, soll man Ih­nen von drau­ßen noch glau­ben.

Von Mensch zu Mensch

Nr. 1/2019  Wiedersehen mit Missverständnissen – ein Ehepaar aus Esslingen besucht einen heimgekehrten Asylbewerber in Gambia

Als eine der En­ga­gier­ten aus Ess­lin­gen, die Dar­boe freund­schaft­lich ver­bun­den sind, hat­te ich nach dem Le­sen des Ar­ti­kels ein zwie­späl­ti­ges Ge­fühl. Sind die Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen durch­aus wert­voll und gut plat­ziert, so emp­fin­de ich den Un­ter­ton, der mit­schwingt, als be­fremd­lich. Lie­be En­ga­gier­te: Las­sen Sie sich bit­te nicht ent­mu­ti­gen, wenn Sie Ge­flüch­te­te bei ih­rer Rück­kehr un­ter­stüt­zen möch­ten! Mein Ein­druck war, dass Dar­boe den Be­such sei­ner Freun­de als po­si­tiv emp­fun­den hat, sei­ne Fa­mi­lie eben­falls. Selbst­ver­ständ­lich gibt es vie­les, das un­se­re »zwei Wel­ten« trennt. Wir ha­ben in Ess­lin­gen viel über »Af­ri­can tra­di­ti­on« ge­spro­chen, mit Dar­boe und an­de­ren Gam­bi­ern. Wir ver­ste­hen vie­les nicht, aber das muss auch nicht sein. Wir sind un­si­cher, wie weit un­ser En­ga­ge­ment ge­hen darf, auch in fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht. Aber wir ver­su­chen, die Au­gen­hö­he mit den ge­flüch­te­ten Men­schen zu be­hal­ten, wir fra­gen nach.

Interes­santer Vergleich

Nr. 1/2019  Die Geburt des Gutmenschen – 1919 wurde das Bauhaus gegründet und die erste Waldorfschule eröffnet

Beim Jahr­hun­dert­ge­dächt­nis des Wei­ma­rer Bau­hau­ses er­in­nert Ul­ri­ke Knöfel dan­kens­wer­ter­wei­se auch an die meist durch po­li­tisch-mi­li­tä­ri­sche his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung ver­dräng­ten kul­tur­ge­schicht­li­chen Zu­sam­men­hän­ge, die sich von – auch heu­te noch vi­ru­len­ten – ver­häng­nis­vol­len Er­satz­glau­ben bis zu Eso­te­ri­kern ver­schie­dens­ter Sor­te und ver­däch­ti­gen Re­form­ide­en hin­zie­hen und schließ­lich auch den ge­nie­haf­ten Füh­rer­my­thos her­vor­brach­ten, in des­sen Fol­ge, wie Bir­git Schwarz zu Recht fest­stell­te, auch Kunst und Kul­tur schließ­lich zu Kriegs­ar­gu­men­ten wur­den.

Sieben Milliarden Könige

Nr. 1/2019  Die französischen Gelbwesten sind das Symbol eines Bruchs, der die westlichen Gesellschaften spaltet

Die­ser Ar­ti­kel ist der bes­te, den ich hier­zu bis­her ge­le­sen habe, er greift ein The­ma auf, das von den hie­si­gen po­li­ti­schen Ak­teu­ren na­he­zu al­ler Cou­leur im­mer noch un­ter­schätzt wird. Wenn un­se­re »Alt­par­tei­en« sich nicht ganz schnell wie­der der gro­ßen (un­te­ren) Mit­tel­schicht zu­wen­den, die schließ­lich für die Steu­ern auf­kommt, die dann als Wohl­ta­ten an alle mög­li­chen Tei­le der Ge­sell­schaft ver­teilt wer­den, eben nur nicht an die, die die­se Gel­der er­wirt­schaf­ten, wird es ge­nau zu dem vom Au­tor be­schrie­be­nen Zer­fall der Ge­sell­schaft frü­her oder spä­ter auch bei uns kom­men. So­lan­ge die Wirt­schaft hier noch brummt, wird der Druck nicht groß ge­nug sein, auch hier Gelb­wes­ten auf die Stra­ße zu lo­cken. Aber wehe, es geht wie­der ab­wärts, mit dann noch hö­he­ren Steu­ern und Ab­ga­ben, um die Kos­ten für stei­gen­de Ar­beits­lo­sen­zah­len, Mi­gra­ti­on, be­zahl­ba­ren Wohn­raum und in­ne­re Si­cher­heit auf­fan­gen zu kön­nen – dann dürf­te Sah­ra Wa­genk­necht nicht mehr al­lei­ne vor dem Kanz­ler­amt ste­hen.

Weißes Blatt Papier

Nr. 1/2019  Alexander Schimmelbusch über die Deutschen und die Atomenergie

Es wur­de höchs­te Zeit, dass der SPIEGEL mal den Mut auf­bringt, ei­nen kri­ti­schen Ar­ti­kel über den Atom­aus­stieg in Deutsch­land zu ver­öf­fent­li­chen.

Kein Bezug

Nr. 1/2019  »Der Ernährungskompass« von Bas Kast ist das wichtigste Sachbuch des Jahres – ein Besuch beim Autor

Un­ter dem Ti­tel »Selbst le­ben!«, der für mich kei­nen wirk­li­chen Be­zug zum fol­gen­den Text hat, stellt Nils Mink­mar ein Koch­buch vor, das der Sach­buch-Er­folgs­au­tor Bas Kast ge­schrie­ben hat. Aber ei­gent­lich wird das Buch über­haupt nicht vor­ge­stellt, und ei­gent­lich hat es Bas Kast auch gar nicht ge­schrie­ben. Über die Re­zep­te des Koch­buchs und ihre Ver­knüp­fung mit den Er­kennt­nis­sen aus dem Er­folgs­ti­tel »Der Er­näh­rungs­kom­pass« er­fah­ren wir so gut wie nichts.

Eine Kommastelle

Nr. 1/2019  SPIEGEL-Gespräch mit Komponist Christian Bruhn über Hits und Geld, Alkohol und Politik

Fas­zi­nie­rend und kurz­wei­lig wie im­mer die Ge­sprä­che und In­ter­views mit Chris­ti­an Bruhn, ei­ner der letz­ten kom­pe­ten­ten Iko­nen der deut­schen Show- und Schla­ger­bran­che. Nur das Rech­nen scheint nicht so die Do­mä­ne des Künst­lers zu sein: Wenn er an­gibt, dass ihm beim Ver­kauf von ei­ner Mil­li­on Ex­em­pla­ren des Songs »Zwei klei­ne Ita­lie­ner« bei ei­ner Ver­gü­tung von vier Pfen­ni­gen je Ex­em­plar ein Er­lös von le­dig­lich 4000 D-Mark zu­ge­flos­sen sei, dann hat er sich schlicht um eine Kom­ma­stel­le ver­tan. 40 000 D-Mark wä­ren mei­nes Er­ach­tens der rich­ti­ge An­satz ge­we­sen. Wol­len wir hof­fen, dass die Ge­schich­te der »Gema« wäh­rend der Zeit un­ter sei­ner Ägide als Auf­sichts­rat­vor­sit­zen­der nicht neu ge­schrie­ben wer­den muss ...

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2019.