Voll­be­schäf­ti­gung, bei­na­he. Kön­nen Sie sich an die Stim­mung in Deutsch­land Mit­te der Neun­zi­ger­jah­re er­in­nern? Die Leu­te hat­ten Angst, die Ar­beits­lo­sen­quo­te schien im­mer wei­ter zu stei­gen. Tat­säch­lich je­doch wa­ren schon da­mals vor al­lem Men­schen ohne Aus­bil­dung be­trof­fen. De­ren Ar­beits­lo­sen­quo­te be­trug zu Be­ginn der Acht­zi­ger­jah­re nur rund sechs Pro­zent, da­hin­ge­gen war Ende der Neun­zi­ger je­der Vier­te von ih­nen be­trof­fen. Ab 2005, nach der Um­set­zung der Agen­da 2010, sank die Ar­beits­lo­sig­keit im­mer wei­ter. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te von Men­schen mit Hoch­schul­ab­schluss lag nie über 4,5 Pro­zent, bei je­nen mit Be­rufs­aus­bil­dung liegt sie heu­te bei nur noch knapp 4 Pro­zent. Für bei­de Grup­pen herrscht da­mit Voll­be­schäf­ti­gung. Men­schen ohne Aus­bil­dung sind al­ler­dings im­mer noch über­pro­por­tio­nal be­trof­fen. Doch auch hier gibt es zwei gute Nach­rich­ten: Ers­tens ist auch ihre Ar­beits­lo­sen­quo­te ge­sun­ken, zwei­tens gibt es im­mer we­ni­ger Un­qua­li­fi­zier­te. Mit­te der Acht­zi­ger hat­te noch je­der Vier­te zwi­schen 25 und 60 Jah­ren kei­ne Aus­bil­dung, heu­te ist es nur noch je­der Zehn­te. Doch viel­leicht sind im­mer mehr Men­schen in schlech­ten und schlecht be­zahl­ten Jobs ge­fan­gen? Um­fra­gen be­le­gen dies nicht. Egal, ob mit oder ohne Aus­bil­dung, die durch­schnitt­li­che Job­zu­frie­den­heit liegt heu­te in Deutsch­land zwi­schen sie­ben und acht von zehn mög­li­chen Punk­ten, ver­gleich­bar mit den Acht­zi­ger­jah­ren. We­ni­ger Ar­beits­lo­sig­keit, da­für Jobs, mit de­nen Men­schen zu­frie­den sind – wer sich dar­über nicht freut, war viel­leicht ein­fach noch nie ar­beits­los.

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