Per­so­na­lien

Ballerfrau

• Als das rus­si­sche Mo­del Sa­sha Luss, 27, vor ei­ni­gen Jah­ren zum Cas­ting für ei­nen Sci­ence-Fic­tion-Film des fran­zö­si­schen Re­gis­seurs Luc Bes­son ging, dach­te sie sich hier­für eine ei­ge­ne Ali­en-Spra­che aus – und be­kam eine Ne­ben­rol­le. Nun spielt sie in Bes­sons neu­em Film »Anna«, der in die­sen Ta­gen ins Kino kommt, die Ti­tel­hel­din. In dem Ac­tion­thril­ler ist sie als Mo­del zu se­hen, das als Su­per­kil­le­rin für den KGB ar­bei­tet. Al­les, was die­se Frau an­fasst, wird zur Waf­fe. So zer­schlägt sie auch schon mal mit­ten in ei­nem Re­stau­rant Tel­ler und geht mit den Scher­ben auf ihre Geg­ner los. Bes­son, der sich mit Vor­wür­fen we­gen se­xu­el­ler Überg­rif­fe kon­fron­tiert sieht, die­se aber be­strei­tet, zeigt in sei­nen Fil­men gern Frau­en, die gleich rei­hen­wei­se Män­ner ver­mö­beln. Am meis­ten Spaß, so die Schau­spie­le­rin, habe ihr eine Sze­ne ge­macht, in der sie ei­nen Mo­de­fo­to­gra­fen mit sei­ner ei­ge­nen Ka­me­ra mal­trä­tie­ren durf­te: »Mo­dels wer­den mich da­für lie­ben!« Die in der Ha­fen­stadt Ma­g­adan ge­bo­re­ne Luss, die von Karl La­ger­feld ent­deckt wur­de und auf Co­vern von Zeit­schrif­ten wie »Vogue« oder »Elle« zu se­hen war, tritt sehr selbst­be­wusst auf. Als Bes­son sie ein­mal frag­te, wie sie sich denn ihre Zu­kunft vor­stel­le, er­wi­der­te sie, in fünf Jah­ren wol­le sie ei­nen Os­car in den Hän­den hal­ten. Eine Rus­sin mit Fünf­jah­res­plan.

Neuer Glamour

• Hol­ly­wood­star An­ge­li­na Jo­lie, 44, muss schon seit ei­ni­ger Zeit da­mit le­ben, dass die Bou­le­vard­me­di­en an­geb­li­che Ent­hül­lun­gen über ihre Schei­dung von Brad Pitt, die Be­zie­hung zu ih­ren Kin­dern und ihre fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se ver­brei­ten. Da tut es ihr ver­mut­lich gut, dass bald wie­der ihre schau­spie­le­ri­schen Fä­hig­kei­ten zur Dis­kus­si­on ste­hen. In dem Fan­ta­sy­film »Male­fi­cent 2« hat sie ih­ren ers­ten Ki­no­auf­tritt seit vier Jah­ren und spielt eine Fee mit sehr star­ken Wan­gen­kno­chen und nicht we­ni­ger aus­ge­präg­tem Ego. Ge­ra­de wur­de ein Trai­ler zu der Dis­ney-Pro­duk­ti­on ver­öf­fent­licht, die im Ok­to­ber an­lau­fen soll. »Die Lie­be geht nicht im­mer gut aus«, sagt Jo­lie dar­in in Groß­auf­nah­me und gibt den Zu­schau­ern Sil­be für Sil­be das Ge­fühl, dass sie weiß, wo­von sie spricht. Tat­säch­lich hat Jo­lie, die vor ei­ni­gen Jah­ren laut dar­über nach­dach­te, ihre Auf­trit­te vor der Ka­me­ra zu re­du­zie­ren und sich auf das Re­gie­füh­ren zu kon­zen­trie­ren, ih­rer Kar­rie­re eine wei­te­re Wen­dung ge­ge­ben. Sie soll in der Mar­vel-Ver­fil­mung »The Eter­nals« eine Su­per­hel­din spie­len, die in der Lage ist, Ge­gen­stän­de in al­les Mög­li­che zu ver­wan­deln. Jo­lie, seit Jah­ren Uno-Bot­schaf­te­rin, trat in der Öffent­lich­keit zu­letzt sehr se­ri­ös auf, oft hoch­ge­schlos­sen und in Ho­sen­an­zü­gen. Nun zeigt sie sich wie­der gla­mou­rö­ser: Für eine Wer­be­kam­pa­gne des Par­fum­her­stel­lers Guer­lain ließ sie sich im Negli­gé fo­to­gra­fie­ren.

Schweres Erbe

• Dass Hol­ly­wood­schau­spie­ler un­ge­wöhn­li­che Be­din­gun­gen stel­len, be­vor sie ei­nen Job an­neh­men, soll vor­kom­men. Auch der bis zu sei­ner sen­sa­tio­nel­len Dar­stel­lung des Rock­sän­gers Fred­die Mer­cu­ry weit­hin un­be­kann­te Rami Ma­lek, 38, kann sich das nun leis­ten. Al­ler­dings for­der­te der Os­car­preis­trä­ger (»Bo­he­mi­an Rhap­so­dy«) kei­ne Lu­xus­be­hand­lung, da­mit er die Rol­le des Bö­se­wichts in dem neu­en »Ja­mes Bond«-Film an­nimmt, son­dern for­mu­lier­te in­halt­li­che Vor­aus­set­zun­gen: Der Cha­rak­ter dür­fe we­der ein re­li­giö­ser Fun­da­men­ta­list noch ein ara­bisch­spra­chi­ger Ter­ro­rist sein. Sei­ne Auf­ga­be in »Ja­mes Bond 25«, dem 25. Film des Agen­ten­klas­si­kers, nö­tigt Ma­lek, der ägyp­ti­sche Wur­zeln hat, Re­spekt ab: »Ich füh­le ein star­kes Ge­wicht auf mei­nen Schul­tern. Ich mei­ne, Bond ist et­was, mit dem wir alle auf­ge­wach­sen sind«, sag­te er dem »Dai­ly Mir­ror«.

Mehr Frauen hinter die Kamera!

• Als eine von nur 14 weib­li­chen Mit­glie­dern der re­nom­mier­ten Fo­to­agen­tur Ma­gnum hat Su­san Mei­sel­as, 71, wäh­rend ih­rer lan­gen Kar­rie­re schon vie­le be­deu­ten­de Aus­zeich­nun­gen be­kom­men. An­fang Juli wur­de die ame­ri­ka­ni­sche Fo­to­gra­fin wie­der ge­ehrt: mit dem mit 25 000 Euro do­tier­ten Preis »Wo­men In Mo­ti­on«. Der Preis wur­de ge­ra­de erst von dem Lu­xus­mo­de­kon­zern Ke­ring (Guc­ci, Saint Lau­rent, Ba­len­cia­ga) ge­stif­tet. Mei­sel­as er­hielt die Aus­zeich­nung in Süd­frank­reich, auf dem in­ter­na­tio­na­len Fo­to­fes­ti­val »Ren­con­tres d'Arles«. Ke­ring will da­mit auf den Man­gel an Frau­en in der Bran­che hin­wei­sen – und Fo­to­gra­fin­nen för­dern. Mei­sel­as Fo­tos aus den Sieb­zi­ger­jah­ren, auf de­nen sie den Be­frei­ungs­kampf in Ni­ca­ra­gua zeigt, sind welt­be­rühmt. Der größ­te Teil ih­res Werks be­steht aus sol­chen do­ku­men­ta­ri­schen Bil­dern, und sie be­zeich­net sich als eine der »un­mo­dischs­ten Per­so­nen, die man sich vor­stel­len kann«. Ent­spre­chend ver­wun­dert war sie, als sie von ih­rer Aus­zeich­nung durch den Mo­de­kon­zern er­fuhr, be­rich­tet die »New York Times«. Doch der Ti­tel des Prei­ses – »Frau­en in Be­we­gung« – habe sie gleich an­ge­spro­chen, sag­te Mei­sel­as der Zei­tung. Auch mit über 70 sei sie noch vol­ler Schwung. Ke­ring könn­te sich nun sei­ner­seits be­we­gen und mehr Auf­trä­ge für Mo­de­shoo­tings an Frau­en ver­ge­ben.

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