Nils Mink­mar Zur Zeit

Rasenlos glück­lich

Wenn man die Bü­cher­ti­sche der Kauf­häu­ser als Spiegel der kol­lek­ti­ven See­le deu­tet, ha­ben wir Grund zur Sor­ge: Ne­ben so­ge­nann­ter leich­ter Fe­ri­en­lek­tü­re fin­den sich auf­fal­lend vie­le Rat­ge­ber ge­gen Burn-out, Stress, De­pres­sio­nen und Pa­nik­at­ta­cken, als stün­de das schö­ne Land am Ran­de des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs. Kaum ei­nen an­de­ren Satz hört man so oft wie: »Pri­vat geh­t's mir gut, aber ...« – die Sor­ge um die Zu­kunft, den Zu­stand der Erde und das Schick­sal der Kin­der ver­düs­tern den blau­en Him­mel. Und weil im Som­mer die so­zia­le Er­war­tung von gu­ter Lau­ne be­son­ders groß ist und die deut­sche geis­tes­ge­schicht­li­che Tra­di­ti­on zu In­ner­lich­keit und Selbst­prü­fung rät, fra­gen sich vie­le, ob, wenn die Welt ver­rückt­spielt, viel­leicht et­was mit ih­nen ge­müts­mä­ßig nicht stimmt und ob Duft­ker­zen ge­gen Trump, Pu­tin und den di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus hel­fen könn­ten. Die deut­sche Sehn­sucht nach Sta­bi­li­tät wird zum geis­ti­gen Ge­fäng­nis: Die Zei­ten er­for­dern mehr Wan­del, als Po­li­tik und Kul­tur an­bie­ten.

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